Amalgam-Informationen

Diagnose und Therapie der
chronischen Quecksilbervergiftung

von Reinhard Lauer

 
Der folgende Text wurden nach bestem Wissen zusammengestellt und dient der allgemeinen Information. Jede Therapie sollte von einem kundigen Arzt begleitet werden. Der Autor verfügt nicht über eine medizinische Ausbildung und übernimmt keine Gewähr oder Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen.
 

Pfeil nach oben1   Allgemeines

1.1   Was ist Amalgam?

Amalgam nennt man die Legierung anderer Metalle mit Quecksilber. Es wird seit etwa 1820 in den USA, verstärkt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Zahnfüllmaterial eingesetzt; seit den 1970er Jahren werden die "gamma-2-freien" Amalgame eingesetzt. Sie sind bei ISO 1559 standardisiert. Dem Zahnarzt wird ein Legierungspulver (die "Feilung") aus ca. 40% Silber, 28% Zinn, 27% Kupfer, 3% Zink, 2% Quecksilber geliefert. Er mischt das Pulver im Verhältnis 1:1 mit reinem, flüssigem Quecksilber. Die Mischung - das Amalgam - dehnt sich während der Aushärtung (einige Stunden) um rund 0,1% aus; dadurch wird der Randspaltbildung vorgebeugt. Das Amalgam hat dann einen Quecksilberanteil von rund 51 %.

Amalgamfüllung

Amalgamfüllung (Quelle: Dr. Burk)

Amalgam ist billig und vom Zahnarzt leicht zu verarbeiten. Es erfüllt seine wichtigsten Aufgaben - stabile Kaufläche und Verschluß des Zahnnervs - anfangs auch bei handwerklich schlechter Verarbeitung. Es ist deshalb bei den - nicht informierten - Zahnärzten beliebt. Leider nimmt durch Korrosion und die damit verbundene Abwanderung metallischen Quecksilbers in den Körper die Stabilität des Amalgams im Laufe der Zeit ab und die toxische Belastung des Zahns, des umgebenden Zahnfleischs und des Kieferknochens zu. Amalgam wurde früher häufig in der Füllung belassen, wenn eine Füllung oder Krone aus anderem Material darüber gesetzt wurde. Die heute gebräuchlichen "Non-gamma-2-Amalgame" wurden entwickelt, weil sie weniger korrodieren und den Randspalt besser verschließen. Leider geben sie während der Liegezeit deutlich mehr Quecksilber als die älteren Amalgamvarianten ab: an ihrer Oberfläche bilden sich kleine Quecksilbertröpfchen, die verdampfen [27]. Wenn der Zahnarzt die Amalgamoberfläche nicht oder schlecht poliert, dann ist die Oberfläche - wie bei der Korrosion - wegen der mikroskopisch kleinen Unebenheiten größer und es verdampft mehr Quecksilber.

Nach den Vorgaben des BfArM ist Amalgam nicht geeignet (also verboten)

  • bei nachgewiesener Amalgamallergie (Nachweis durch Epikutantest),
  • für retrograde Wurzelfüllungen,
  • als Material für Stumpfaufbauten zur Aufnahme von Kronen oder Inlays,
  • als Füllungsmaterial in gegossenen Kronen; bei okklusalem oder approximalem Kontakt mit vorhandenem gegossenen Zahnersatz sollte keine neue Amalgamfüllung gelegt werden.
Keine Anwendung wird empfohlen
  • in der Schwangerschaft,
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion,
  • bei Kindern unter 7 Jahren.

Die Vorgaben des BfArM wurden der Informationsschrift "Amalgame in der zahnärztlichen Therapie" (2005) sowie dem Widerspruchsbescheid von 1995 entnommen. Letzterer enthält zudem Hinweise auf galvanische Effekte.

Quecksilber - englisch: mercury - hat das chemische Symbol Hg (Hydrargyrum). Es ist ein flüssiges, silberglänzendes Schwermetall mit einem Schmelzpunkt von -39 °C; Siedepunkt: 357 °C. Die Dämpfe sind unsichtbar, geschmacklos, geruchlos und sehr toxisch, vor allem neurotoxisch. Wegen seiner hohen Oberflächenspannung neigt es zu Tropfenbildung. Reines Quecksilber (Hg0) wird unter günstigen Bedingungen (kleine Oberfläche) vom Darm nur zu einem geringen Prozentsatz aufgenommen. Deshalb werden Selbstmordversuche mit flüssigem Hg aus Hg-Thermometern oft ohne massive Schäden überstanden.

Quecksilber ist ein relativ seltenes Element. Sein Anteil am Aufbau der Erdkruste beträgt ca. 0,00005 Gewichtsprozent (5*10-5). Es ist in geringen Konzentrationen praktisch allgegenwärtig. Sehr selten kommt es eingeschlossen in Gesteinen auch als reines Metall in Tröpfchenform vor. Von weit größerer Bedeutung sind seine natürlichen Verbindungen, vor allem Quecksilbersulfid (Zinnober, HgS). Die wichtigsten Lagerstätten findet man in Europa nördlich des Mittelmeers: in den spanischen Almaden, im slowenischen Idrija und in der Türkei. Außerdem gibt es abbauwürdige Vorkommen in China, Russland und den Vereinigten Staaten. Andere Quecksilber-Mineralien, die allerdings keine wirtschaftliche Bedeutung haben, sind Coloradoit (HgTe), Kalomel (Calomel, Hg2Cl2) und Livingstonit (HgS.2Sb2S3).

"Da die Chloralkaliindustrie schrittweise aus der Verwendung von Quecksilberzellen aussteigt, wird zahnmedizinisches Amalgam in der EU zum größten Verwendungszweck." [18]. 2007 wurden in der EU zwischen 320 und 530 Tonnen Quecksilber verbraucht, davon 24% für Zahnamalgam [28]. In deutschen Mündern befinden sich 200 - 300 Millionen Amalgamfüllungen. Die Zahnärzte in der Europäischen Union verbrauchen 90-110 Tonnen Quecksilber pro Jahr, in Deutschland 10 Tonnen. Die Bürger der EU tragen zwischen 1300 und 2200 Tonnen Quecksilber in ihren Zähnen; in den USA sind es etwa 1000 Tonnen.

 

Pfeil nach oben1.2   Wie gelangt Quecksilber in den Körper

Quecksilber ist nicht essenziell für den Menschen. (Essenzielle Schwermetalle sind Fe, Cu, Zn, Mn, Co, Cr, Mo.) Der gesunde Körper benötigt kein einziges Atom dieses Elements (und der kranke erst recht nicht). Es ist das giftigste nicht-radioaktive Element. In Zellversuchen erweist es sich als zehnmal giftiger als Blei, dessen Toxizität weit unterhalb offizieller Grenzwerte nachgewiesen ist. Sein Einsatz wurde deshalb in praktisch allen Bereichen reduziert oder völlig eingestellt, außer als Zahnersatz und in Impfstoffen. Durch Vulkanausbrüche, natürliche Vorkommen in der Erdkruste, Abgase von Kohlekraftwerken, Nahrung (Fisch), Impfungen und vor allem durch Amalgam gelangt es in den menschlichen Organismus. Zahlen- und Grenzwerte: s. folgenden Abschnitt 1.3

Quecksilber bzw. seine Verbindungen und Legierungen wurden oder werden eingesetzt

Vergleich: Amalgam und Energiesparlampen

Ab Januar 2013 darf in der EU eine Energiesparlampe mit bis zu 30 Watt max. 2,5 mg (= 2500 µg) Quecksilber enthalten; s. RoHS-Richtlinie der EU.

1994 hat Prof. Ingvar Skare eine Studie ("Human Exposure to Mercury and Silver Released from Dental Amalgam Restorations") zur Ausscheidung von Quecksilber in Urin und Stuhl bei Patienten mit Amalgamfüllungen veröffentlicht. Er fand, dass die Probanden im Mittel 62,2 (= 4,2 + 58) µg Hg je 24 Stunden ausschieden, der Proband mit den höchsten Werten sogar 209 (= 19 + 190) µg Hg je 24 Stunden.

Anmerkungen

  • Die Probanden haben im Schnitt alle 40 Tage den Quecksilbergehalt einer Energiesparlampe ausgeschieden, der Proband mit den meisten Amalgamfüllungen schaffte das schon in 12 Tagen.
  • Alle Probanden waren übrigens gesund, wie in der Studie vermerkt wird. Patienten, die bei Quecksilber-Belastung weniger ausscheiden, würden eher krank werden und hätten darum nicht an der Studie teilgenommen.
  • in Physik und Chemie
    Bis ins 20. Jahrhundert wurde Quecksilber in jedem Physik- oder Chemie-Labor ohne irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt. Mangelndes Bewusstsein der Forscher und Laboranten führte zu Verunreinigungen durch Hg-Tröpfchen auf Labortischen und Fußböden, die schnell verdampften und dadurch die Atemluft vergifteten. Prof. Alfred Stock, Berlin, hat erstmals in den 1920er Jahren davor gewarnt. Einige Forscher, z.B. Michael Faraday (siehe Roman von Ralf Bönt), litten am Ende ihres Lebens unter massiver chronischer Hg-Vergiftung. Selten kam es zu akuter Vergiftung durch Unfälle, z.B. mit Todesfolge bei Karen Wetterhahn.
  • in Haushalt und Industrie
    bei der Gold- und Silbergewinnung, bei der Vergoldung von metallischen Oberflächen, bei der Produktion von Spiegeln (bis Ende des 19. Jahrhunderts), Batterien, Gleichrichtern und Thermometern. Leuchtstoffröhren bzw. Energiesparlampen enthalten max. 5 mg pro Stück; statt flüssigem Quecksilber kann auch Amalgam verwendet werden. Kalomel (Hg2Cl2) wird in Kalomelelektroden, in der Pyrotechnik und in Katalysatoren verwendet; Quecksilberchlorid (HgCl2) wurde früher als Desinfektionsmittel verwendet. Die Hutmacher verwendeten Quecksilbernitrat bei der Produktion von Filzstoffen. Lewis Carroll hat das Thema in "Alice im Wunderland" literarisch verarbeitet. Alice begegnet dort den "verrückten Hutmachern" ("mad hatters"). Bei der Herstellung von Zinnsoldaten (Kinderspielzeug) wurde Hg-verunreinigtes Zinn aus der Spiegelproduktion verwendet.

    Quecksilberverbindungen in Antifouling-Farben zum Holzschutz, zur Imprägnierung schwerer industrieller Textilien und zur Wasseraufbereitung sind laut Gefahrenstoffverordnung verboten.

  • in der Landwirtschaft
    organisches Methylquecksilber wurde als Beizmittel zum Schutz des Saatguts vor Pilzbefall eingesetzt. Es wird in Deutschland noch produziert, sein Einsatz ist aber verboten. In einer Studie über britische Arbeiter einer Saatgutfabrik in Norwich, England, aus den 1930er Jahren entstand der Begriff "Hunter-Russell Syndrom". Sie hatten Methylquecksilber eingeatmet, das als Desinfektionsmittel und Konservierungsstoff verwendet wurde. (Quelle: Wikipedia).

    Klärschlämme werden als Düngemittel eingesetzt. Sie enthalten ca. 0,6 mg Hg pro kg Trockensubstanz (zulässig: 8 mg Hg je kg). Der Ackerboden darf jährlich mit bis zu 13 g Hg je ha belastet werden.

  • Quecksilber in der Medizin

    Ausgerechnet die Medizin selbst verursacht die größte Quecksilber-Belastung für die Menschen: durch Amalgam und durch das quecksilberhaltige Konservierungsmittel Thiomersal (oder Thimerosal) in Impfstoffen. Begründet wird die angebliche Ungefährlichkeit von Thiomersal in einem Beitrag des Paul-Ehrlich-Instituts so 1):

    "Thiomersal wird im Körper wahrscheinlich schnell in Thiosalicylat und Ethylquecksilber gespalten. Auf der Reaktionsfähigkeit des Etylquecksilberkations mit Thiol-(SH-)Gruppen in Proteinen/Enzymen beruht einerseits die antimikrobielle Wirkung, aber auch die mögliche toxische Wirkung. Es ist allgemein bekannt, dass Quecksilber und dessen Verbindungen, zu denen auch Thiomersal, Ethylquecksilber und Methylquecksilber zählen, sowohl nephro- als auch neurotoxisch wirken, allerdings in viel höheren Dosen (>1000- bis 100.000fach), als diese in Impfstoffen verwendet werden."

    Das Argument, die Dosis würde für eine chronische Vergiftung nicht ausreichen, ist jedoch untauglich, denn entscheidend ist nicht die Belastungsdosis, sondern die Konzentration und Wirkung im Zielgewebe. Dazu stellt das BfArM 2) fest:

    "... daß [...] ein NOEL bzw. LOEL für die Quecksilberkonzentration in der Großhirnrinde bzw. in der Niere nach derzeitigem Stand des Wissens nicht festgelegt werden kann." Grund: fehlendes Datenmaterial.
    [NOEL = No Observed Effect Level = Wert, bei dem noch keine Wirkung beobachtet wird]

    Wie ist also die Giftwirkung zu beurteilen:

    • die Hg-Konzentration in Körperflüssigkeiten (Blut, Urin) liefert keinen eindeutigen Nachweis einer Giftbelastung,
    • zur Hg-Konzentration im Zielgewebe gibt es kein ausreichendes Datenmaterial und keine Grenzwerte,
    • kein Nachweis - keine Daten - keine Grenzwerte: kein Schutz vor Vergiftung.
    Dann darf also jeder nach Belieben Behauptungen aufstellen und Gifte einsetzen, so lange es den eigenen Geschäften nützt?

    1) K. Weisser et al.: Thiomersal und Impfungen (2004)

    2) Bescheid des BfArM im Rahmen der Zulassung von gamma-2-freien Amalgamen vom 21.7.1995

  • in der Medizin:
    Paracelsus (1493-1541) nahm an, daß viele Krankheiten des Menschen auf eine Störung des Gleichgewichts von Schwefel, Salzen und Quecksilber im Körper zurückzuführen seien. Diese Anschauung führte dazu, daß er und viele Mediziner seiner Zeit neben Quecksilbersalben auch innere Anwendungen verordneten. Queck­silber wurde in Therapien aller Art eingesetzt - natürlich nur bei denen, die wohlhabend genug waren, sich einen Arzt leisten zu können. Die Gesundheit vieler prominenter Persönlichkeiten wurde durch Quecksilber ruiniert. So wurden Syphilis-Kranke bis ins 19. Jahrhundert mit Quecksilberoxidsalbe eingeschmiert (Schmierkur, Inunktionskur) oder stundenlang Quecksilberdämpfen in einer Kammer ausge­setzt. Dr. Benjamin Rush, ein in den USA bis heute verehrter Arzt, setzte gerne Calomel (s.u.) - in seinen Worten der "Samson der Medizin" - ein.

    Medizinische Anwendungsgebiete (einige nicht oder nicht mehr in Deutschland):

    • quecksilberhaltige Diuretika, z.B. Novasurol, Salyrgan, Esidron
    • Desinfektionsmittel bei chirurgischen Eingriffen, zur Schleimhautdesinfektion und zur Zahnwurzelbehandlung (Merfen, Merfenyl) und früher in der Wunddesinfektion ("Merbromin", "Mercuchrom"); Behandlung von Ekzemen, Kopfläusen und Würmern.

      Wikipedia schreibt über Kalomel (Hg2Cl2): "Da es wegen seiner äußerst geringen Wasserlöslichkeit vom Körper kaum resorbiert wird, fand es vielfältige Anwendung in der Medizin (als Calomel): gegen Entzündungen in Nase und Rachen, als Abführmittel, zur Anregung der Gallenfunktion, gegen Brechdurchfall, bei Wassersucht, Milz-, Leber-, Lungenleiden und gegen Syphilis, sowie äußerlich gegen Hornhautflecken, Windpocken, Geschwüre, und Feigwarzen.

      Außerdem wurde es bis in die 1990er-Jahre als Spermizid in chemischen Verhütungs­mitteln eingesetzt."

    • bei Blasen- und Urethrainfektionen: Mercurochrom
    • Augenheilkunde: Phenylquecksilberborat, Mercuriocyanid und Mercurioxid zur lokalen Behandlung von Augenentzündungen, zur Pupillenweitstellung und in Kontaktlinsen-Reinigungsmitteln; auch (Natrium-)Thimerfonat
    • als Konservierungsmittel in Impfstoffen (s. nebenstehenden Kasten):
      • Ethylquecksilber in Thiomersal bzw. Thimerosal (C9H9HgNaO2S) vor allem in Grippe-Impfstoffen;
      • Thimerfonat oder Timerfonat (C8H10HgO3S2) in praktisch allen Tetanus-, Diphtherie- und Hepatitis B-Impfstoffen sowie in vielen Grippeimpfstoffen.
    • Kosmetika  
      • Warnung der FDA (USA)
      • als Konservierungsmittel, z.B. in manchen Mascara-Produkten
      • (als Thiomersal) in Schmink- und Abschminkmitteln für die Augen
      • zur Haut-Aufhellung (beliebt bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe); auch in Seife;
      • Tätowierung: Tattoo-Farben
    • in homöopathischen (s. Abschnitt 4.3.6) und ayurvedischen Medikamenten .
    • als Zahnfüllstoff Amalgam.
  • Religion: Anhänger karibischer Voodoo-Religionen erhoffen sich von Quecksilber Glück in Geld- und Liebesdingen.

Meyers Konversationslexikon von 1888 und von 1896 enthält Hinweise zum vielfältigen Einsatz von Quecksilber in der Medizin des 19. Jahrhunderts. Ein Überblick über organische Quecksilberverbindungen gibt einen Hinweis auf immer noch aktuelle Anwendungsbereiche.

Aus Amalgamfüllungen freigesetztes Quecksilber kann zu sehr unterschiedlichen gesundheitlichen Störungen führen, so dass sich eine Vielzahl von Beschwerdebildern ergibt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist auf die besonders hohe Gefahr für Frauen, die schwanger sind (wegen der Speicherwirkung müsste das gleiche für Frauen gelten, die schwanger werden können), für Kinder, für Allergiker und für Personen mit Nierenschwäche hin. Ob der Körper mit weiterem Quecksilber belastbar ist, hängt aber ganz individuell von der Giftmenge, die bereits im Körper gespeichert ist, vom bereits angerichteten Schaden und von der Entgiftungsfähigkeit des Körpers ab. Grundsätzlich kann jedes Quecksilber-Atom oder -Ion im Körper Schaden anrichten, wenn es nicht von der körpereigenen Entgiftung ausgeschieden wird. Wenn die ersten Symptome auftreten, ist das Gift bereits im ganzen Körper verteilt und kann daraus nur mit Mühe in einem langwierigen Prozess wieder entfernt werden. Deshalb ist die jahrzehntelange Anwendung als Zahnfüllstoff besonders verhängnisvoll.

Zahnaufbau
Zahnaufbau (aus www.zahnaufbau.de

Dentinkanälchen sind ca. 2 µm große Hohlräume, die das Dentin des Zahns durchziehen.

Quecksilber gelangt auf mehreren Wegen von den Amalgamfüllungen in den Körper:

  • Verdampfung:
    Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Raum- bzw. Körpertemperatur flüssig ist und deshalb auch verdampft. Der hohe Dampfdruck 1) fördert die Verdampfung schon unter Normalbedingungen. Amalgam ist nach der Aushärtung eine feste Legierung. Es können jedoch flüssige Quecksilbertröpfchen austreten. Deshalb verdampft Quecksilber permanent aus den Füllungen, besonders während und nach dem Legen, Polieren oder Entfernen einer Amalgamfüllung, beim Kaugummikauen und Zähneputzen, bei der Einnahme heißer oder saurer Speisen und Getränke. Der Quecksilberdampf gelangt über Atemluft und Mundschleimhaut in alle Körperteile. Wird die Füllung nach dem Legen gut poliert, dann wird die für die Verdampfung wirksame Oberfläche verkleinert und damit die Verdampfung verringert.
    1) Dampfdruck bei 20 °C: 0,0012 Torr; 1 m3 Luft enthält bei Sättigung 15 mg Hg
  • Stromfluss und Korrosion:
    Korrosion ist eine elektrochemische Reaktion, die durch die Anwesenheit von unterschiedlich edlen Metallen in einem Elektrolyten gefördert wird; der Speichel hat die Funktion des Elektrolyten. Man hat Metallgeschmack im Mund, der durch den galvano-elektrischen Stromfluss - wie bei einer Batterie - entsteht. Der Effekt setzt voraus, dass mehrere Amalgamfüllungen oder gar zusätzlich andere Zahnmetalle, z.B. Gold - besonders bei unmittelbarem Kontakt mit der Amalgamfüllung - im Mund sind. Das Amalgam wird korrodiert: vermehrt treten Quecksilber und andere unedle Metalle (Zinn, Zink, auch Silber) aus, und die zurück bleibenden Legierungsbestandteile werden krümelig. Die Korrosion ist besonders stark, wenn der Speichel sauer ist und bei heißen oder sauren Speisen.
    Durch den Stromfluss werden Metallionen frei. Das Immunsystem reagiert darauf ggf. mit Abwehrmaßnahmen in Form einer Entzündung.
  • Dentinkanälchen:
    Quecksilber gelangt auch durch die Dentinkanälchen und die Zahnwurzel in den Kieferknochen, in die Nerven- und die Blutbahn. Im Kieferknochen können dann - auch unter benachbarten gesunden Zähnen - extrem hohe Quecksilberkonzentrationen entstehen, die zu Entzündungen führen und auch bei einer Entgiftungstherapie nur sehr langsam wieder abgebaut werden.
  • Abrieb:
    Beim Kauen, Zähneputzen und beim nächtlichen Zähneknirschen werden Amalgampartikel abgerieben und in den Speichel abgegeben.

Das BfArM fordert zwar: "Die Zahl der Amalgamfüllungen sollte für den einzelnen Patienten so gering wie möglich sein." Aber halten sich die Zahnärzte daran?

 

Pfeil nach oben1.3   Belastung durch Quecksilber

Häufig wird behauptet, dass Fisch die Hauptursache der Quecksilber-Belastung des Menschen sei. Das ist nicht richtig. Die WHO veröffentlichte dazu 1990 in ihren Environmental Health Criteria 101 "Methylmercury" folgende Tabelle:

Table 4. Estimated average daily intake and retention (µg/day) of total mercury and mercury compounds in the general population not occupationally exposed to mercury a
Exposure Elemental mercury vapour Inorganic mercury compounds Methylmercury
Air 0.030 (0.024) 0.002 (0.001) 0.008 (0.0064)
Food
  Fish
  Non-fish
 
0
0
 
0.600 (0.042)
3.6 (0.25)
 
2.4 (2.3)
0
Drinking-water 0 0.050 (0.0035) 0
Dental amalgams 3.8 - 21 (3 - 17) 0 0
Total 3.9 - 21 (3.1 - 17) 4.3 (0.3) 2.41 (2.31)
a See text for assumptions underlying the calculations of average daily intake and retention. Values given are the estimated average daily intake; the figures in parentheses represent the estimated amount retained in the body of an adult. Values are quoted to 2 significant figures.

Daraus ergibt sich, dass Amalgam die größte Quecksilber-Belastung darstellt, deutlich mehr als alle anderen Quellen (Luft, Nahrung, Wasser) zusammen. Auch die Europäische Union hat festgestellt: "In Industrieländern ist die Hauptquelle der Quecksilberexposition die Einatmung von Quecksilberdampf aus zahnmedizinischem Amalgam" [18]. Die EU verweist auch auf diese Tabelle.

Es gibt bisher weltweit keine Studie, in der die toxikologische Unbedenklichkeit bzw. Biokompatibilität von Amalgam nachgewiesen und die in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht worden wäre. Studien, die "Entwarnung" geben, wiederholen nur die Behauptungen aus anderen Studien, oder sie vertreten die Meinung, dass die Beschwerden nicht auf Amalgam zurückzuführen sind, sondern andere - psychische - Ursachen haben müssen. Ein wissenschaftlicher Nachweis dieser "anderen" Ursachen erfolgt nicht; s. dazu "Warum setzen sich die wissenschaftlichen Fakten so schwer durch?".

 

Pfeil nach oben1.4   Grenzwerte

  • Die WHO hat Grenzwerte für die Quecksilberaufnahme 1) 4) in den Körper festgelegt:
    • Methylquecksilber (Stand: 2003): 1,6 µg 3)5) pro kg Körpergewicht und pro Woche 6); gesunde Erwachsene vertragen die doppelte Menge
    • anderes Quecksilber (Stand: 1978): 5 µg 2) pro kg Körpergewicht und pro Woche.

    1) PTWI = Provisional Tolerable Weekly Intake = vorläufige wöchentlich zulässige Aufnahmemenge

    2) Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA fordert ein Viertel dieses Grenzwerts.

    3) Der US-amerikanische "National Research Council" empfiehlt einen PTWI von 0,7 µg.

    4) Die entsprechenden Untersuchungen beziehen sich vor allem auf Quecksilber-belastete Lebensmittel; Amalgam wird ignoriert.

    5) unter Berücksichtigung der Neurotoxizität in der (ZNS-)Entwicklungsphase
    6) Quelle: UNEP, The mercury issue, Seite 9

  • Die Europäische Union hat Höchstmengen für den Quecksilbergehalt in Lebensmitteln festgelegt:
    • Fisch: maximal 500 µg pro kg,
    • bestimmte Fischarten (Haifisch, Thunfisch, Schwertfisch, Aal, Hecht und Barsch): bis zu 1000 µg pro kg,
    • andere Lebensmittel: 30 bis 50 µg pro kg,
    • Trinkwasser: 1 µg pro Liter.
  • Internationale Grenzwerte für die Luft
    • EU, Empfehlungen des "Wissenschaftlichen Ausschusses für Grenzwerte berufsbedingter Exposition (SCOEL)": 20 µg/m3 (Mai 2007)
    • USA, OSHA: 100 µg/m3
      "OSHA PEL The current Occupational Safety and Health Administration (OSHA) permissible exposure limit (PEL) for mercury vapor is 0.1 milligram per cubic meter (mg/m(3)) of air as a ceiling limit. A worker's exposure to mercury vapor shall at no time exceed this ceiling level."
    • USA, NIOSH: 50 µg/m3
      "The National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) has established a recommended exposure limit (REL) for mercury vapor of 0.05 mg/m(3) as a TWA for up to a 10-hour workday and a 40-hour workweek. NIOSH also assigns a "Skin" notation, which indicates that the cutaneous route of exposure, including mucous membranes and eyes, contributes to overall exposure [NIOSH 1992].
      The NIOSH limit is based on the risk of central nervous system damage, eye, skin, and respiratory tract irritation [NIOSH 1992]."
    • USA, ACGIH: 25 µg/m3
      "The American Conference of Governmental Industrial Hygienists (ACGIH) has assigned mercury vapor a threshold limit value (TLV) of 0.025 mg/m(3) as a TWA for a normal 8-hour workday and a 40-hour workweek and considers mercury vapor an A4 substance (not classifiable as a human carcinogen). The ACGIH also assigns a "Skin" notation to mercury vapor [ACGIH 1994, p. 25].
      The ACGIH has not published documentation for the current TLV for mercury vapor. The 1991 Documentation of Threshold Limit Values (6th edition) discusses the basis for the prior TLV of 0.05 mg/m(3), but does not discuss the current TLV for mercury vapor [ACGIH 1991, p. 881]."
    • USA, ATSDR: 0,2 µg/m3 (MRL)
      ATSDR = Agency for Toxic Substances and Disease Registry. "An MRL is an estimate of the daily human exposure to a hazardous substance that is likely to be without appreciable risk of adverse non-cancer health effects over a specified duration of exposure. ATSDR Minimal Risk Levels (MRLs). December 2005. Mercuric chloride (oral), Acute: 0.007 mg/kg/day; Intermediate: 0.002 mg/kg/day. Mercury (inhalation): Chronic: 0.0002 mg/m3 (milligrams per cubic meter of air)." Health Consultation: "ATSDR and IDPH established a cleanup clearance level of 1 microgram per cubic meter of air (ug/m3 ), and a relocation action level of 10 ug/m3." (Indoor Air Concentration)
    • USA, EPA: 0,3 µg/m3 (RfC); 25 µg/m3 (LOAEL)
      EPA = Environmental Protection Agency. RfC = Reference Concentration. LOAEL = Lowest Observed Adverse Effect Level.
    • USA, OEHHA Kalifornien: 0,6 µg/m3 (akut) bzw. 0,06 µg/m3 (8 Stunden/Tag) bzw. 0,03 µg/m3 (permanent)

      Quellen:

      Die kalifornische Behörde für Umweltschadstoffe OEHHA (Office of Environmental Health Hazard Assessment) fordert erstaunlich niedrige Grenzwerte, weil sie eine Vielzahl von Studien ausgewertet und deshalb eine Fülle von körperlichen Quecksilber-Wirkungen erfasst hat.
    • Kanada, CCOHS: 25 µg/m3 (wie USA, ACGIH)
    • Schweiz: 10 µg/m3
  • deutsche Grenzwerte:
    • Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erarbeitet und veröffentlicht die MAK- und BAT-Werte.
    • MAK (maximale Arbeitsplatz-Konzentration) für die Luft:
      Definition: Der MAK-Wert ist die höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Schwebstoff in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel täglich 8stündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt (z.B. durch ekelerregenden Geruch).

      metallisches Hg und anorganische Verbindungen: 0,01 ml/m3 oder 100 µg/m3 (Jan. 2006, Quelle: EG - Sicherheitsdatenblatt gemäß 91/155/EWG)
      Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat in ihrer "MAK- und BAT-Werte-Liste 2010" den MAK-Wert für Quecksilber [7439-97-6] und seine anorganischen Verbindungen auf 20 µg/m3 herabgesetzt.
      organisches Hg: 10 µg/m3 Luft (Quelle: MAK-und BAT-Werte-Liste 1997 der DFG)
      zuständig für die Festlegung der MAK-Werte ist die DFG, die die Daten veröffentlicht (Details nur gegen Bezahlung).
    • BAT (biologischer Arbeitsstoff-Toleranzwert) für Blut und Urin
      "Biologischer Arbeitsplatztoleranzwert (BAT) ist die Konzentration eines Stoffes oder seines Umwandlungsproduktes im Körper oder die dadurch ausgelöste Abweichung eines biologischen Indikators von seiner Norm, bei der im allgemeinen die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird." Der BAT ist definiert für gesunde Menschen im erwerbsfähigen Alter bei Ausübung einer normalen Vollzeittätigkeit (max. 8 Std./Tag und 40 Std./Woche)
      • metallisches Hg und seine anorganische Verbindungen: 100 µg/l Urin bzw. 25 µg/l Blut
      • organische Verbindungen: 100 µg/l Blut
      Quelle: Technische Regeln für Gefahrstoffe, Biologische Grenzwerte, TRGS 903 (Dez. 2006)
      Leider gibt es für die zulässigen Organkonzentrationen keinen Grenzwert. Die festgelegten Grenzwerte in Blut und Urin stehen in keinem schlüssigen Zusammenhang zu den Symptomen bzw. dem Gesundheitszustand; s. dazu den Kommentar.
    • Innenraumluft der Allgemeinheit (auch Kinder, Schwangere und Alte):
      Richtwert I (lebenslange Exposition zulässig): 0,035 µg/m3
      Richtwert II (Gesundheitsschädigung möglich, bei Überschreitung ist unverzüglich zu handeln): 0,35 µg/m3.
      Zum Vergleich: lt. Bundesgesundheitsblatt 42 (1999) wurden in der Ausatemluft von Amalgamträgern 0,9...4,9 µg Hg/m3 Luft gemessen, nach Stimulation durch intensives Kauen sogar bis zu 29,1 µg/m3.
    • Klärschlamm: 8.000 µg/kg
    • Erdboden: 10.000 - 80.000 µg/kg (Bundesbodenschutzgesetz-Prüfwerte)
  • "Nach den vom Bundesgesundheitsamt 1987 definierten Bewertungskriterien für Quecksilber können Gesundheitsgefährdungen ab einer Quecksilberkonzentration von 10 µg/l Blut bzw. 20 µg/l Urin nicht ausgeschlossen werden", aus: Bescheid des BfArM im Rahmen der Zulassung von gamma-2-freien Amalgamen vom 21.7.1995
  • Krebsrisiko
    Quecksilber und seine anorganischen und organischen Verbindungen werden in der "MAK- und BAT-Werte-Liste 2015" von der "Ständigen Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe" in die Kategorie 3B eingestuft; das bedeutet:
    "Aus In-vitro- oder aus Tierversuchen liegen Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung vor, die jedoch zur Einordnung in eine andere Kategorie nicht ausreichen."
  • HBM (Human Biomonitoring)
    Das HBM bezieht sich auf die Messung von Quecksilber in Blut und Urin. Definitionen und Grenzwerte werden von der Kommission "Human Biomonitoring" des Umweltbundesamtes festgelegt. Daraus wird die Quecksilberbelastung der Bevölkerung abgeleitet. Aber auch in einem medizinischen Gutachten kann damit fälschlicherweise die Unbedenklichkeit der Quecksilbervergiftung eines Klägers nachgewiesen werden.

    Definitionen:

    • unter HBM I: keine gesundheitliche Beeinträchtigung;
    • zwischen HBM I und HBM II: Messung überprüfen und ggf. nach der Quelle suchen und diese sanieren;
    • über HBM II: relevante gesundheitliche Beeinträchtigung möglich.
    Grenzwerte:

    Analyt und Probenmaterial Personengruppe HBM I HBM II
    Quecksilber im Morgenurin Kinder und Erwachsene 5 µg/g Kreatinin
    7 µg/l
    20 µg/g Kreatinin
    25 µg/l
    Quecksilber im Vollblut Kinder und Erwachsene 5 µg/l 15 µg/l

  • Für die Quecksilberkonzentration in den Hauptzielorganen - Gehirn und Nieren - existieren, wie von WHO und deutschen Gesundheitsbehörden festgestellt, keine Grenzwerte. Ulf Bengtsson weist in seinem Schreiben an die EU-Kommission darauf hin, dass bisher - vielleicht dank erfolgreicher Lobbyarbeit - kein Grenzwert für die Abgabe von Quecksilberdampf aus Amalgamfüllungen festgelegt wurde.
Kommentar:
In den letzten Jahrzehnten konnten bei immer niedrigeren Belastungswerten weitere pathologische Effekte mit Quecksilber in Verbindung gebracht werden, weil die tägliche Aufnahme ebenso wie die Ausscheidung kein Indikator für die tatsächliche Belastung der Organe durch das Gift ist. Wegen der Speicherung des Quecksilbers, wegen der zum Teil seit der Geburt vorhandenen Körperschäden und wegen der individuell (genetisch) unterschiedlichen Entgiftungsfähigkeit ist weder ein allgemein gültiger Dosis-Grenzwert noch ein niedriger Ausscheidungswert eine Garantie, dass keine gesundheitlichen Gefahren bestehen. Es gibt keine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung, die Grundlage der Toxikologie. Es wurde bisher kein Grenzwert bzw. Schwellenwert festgelegt, unterhalb dessen keine Schadenswirkungen mehr nachweisbar sind (NOAEL = Not Observed Adverse Effect Level; Wert, bei dem noch keine Nebenwirkung festgestellt wird).

Die einzige in der Schulmedizin anerkannte Diagnostik ist der Epikutantest (s. Abschnitt 3.1). Das HBM stützt sich zur Bewertung der Quecksilberbelastung allein auf die Messung der Konzentration in Körperflüssigkeiten. Welche der beiden Methoden hat eine wissenschaftliche Grundlage? Keine, denn keine der beiden Methoden macht eine Aussage über die Belastung der Organe mit Quecksilber. Daraus folgt:

Die Einhaltung der Grenzwerte bietet keinen Schutz vor chronischer Quecksilbervergiftung, denn
  • bei der Festlegung der Grenzwerte wurden die toxikologischen Eigenschaften von Quecksilber missachtet, und
  • die wirklich wichtigen Grenzwerte - Quecksilber-Konzentration im Speichel und in den Organen - wurden gar nicht festgelegt.
Die Einhaltung des NOAEL würde einen gewissen Schutz bieten.
Aber ein NOAEL wurde für Quecksilber bisher nicht festgelegt.
 

Pfeil nach oben2   Der Weg durch den Körper

2.1   Metabolismus

Quecksilber ist das giftigste nicht-radioaktive Element. "Es ist weit giftiger als Arsen, Blei, Fluor oder Kadmium. Auf Nervenzellen wirkt Quecksilber zehnmal giftiger als Blei." [1a]. Es wirkt langsam und deshalb wenig spektakulär. Auf dem Weg von den Zahnfüllungen zu den Zielorganen wird Hg0 zu Hg+ und Hg2+ oxidiert:

  • der von den Amalgamfüllungen aufsteigende Quecksilberdampf ist elementares Hg0. Er kann mit Messgeräten in der Mundhöhle nachgewiesen werden. Wegen seiner Lipid-(Fett-)lösligkeit durchdringt er mühelos die Lungenbläschen (Alveolen) bzw. die Mundschleimhaut und gelangt in den Blutstrom und in die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Er wird nahezu vollständig resorbiert und nach kurzer Zeit im Blut oxidiert zu
  • Hg+: Das einwertige Quecksilber-Ion ist Bestandteil einer sehr toxischen organischen Verbindung (Methyl-Hg, CH3Hg), die im Körper beweglich ist und innerhalb von Stunden oder Tagen in alle Körperteile transportiert wird. Bakterien in Speichel und Magen-Darm-Trakt bewirken die Umwandlung in Methylquecksilber. Dieses hat eine hohe Affinität zu Schwefel, insbesondere zu Sulfhydrylgruppen, wie sie etwa bei der nicht essentiellen Aminosäure Cystein (CH2-SH) vorkommen und mit der Methylquecksilber kovalente Bindungen eingeht. Methyl-Hg wird über den Cystein-Transporter (es wird wie ein "trojanisches Pferd" fälschlicherweise als Cystein erkannt) in die Zelle geschleust und dort langsam demethyliert. Es ist fettlöslich (= lipidlöslich, lipophil), so dass bis zu 95% der in den Körper eingebrachten Menge aufgenommen und über das Blut vor allem ins Gehirn transportiert wird.

    Schwerste Schädigungen des Zentralnervensystems, zum Teil irreversible Seh- und Hörstörungen sind die Folgen einer solchen Vergiftung. "Das im menschlichen Mund oder Darm durch Amalgam entstehende organische Quecksilber oder das in Experimenten eingesetzte Methylquecksilber (z.B. Cl-Methyl-Hg oder J-Methyl-Hg) ist dagegen bis zu 20-fach giftiger als das in Fisch vorkommende Methylquecksilber." [1a]
    Hg+ wird dann weiter oxidiert zu dem extrem giftigen

  • Hg2+-Ion: es bindet fest an intrazelluläre Strukturen und kann in dieser Form nur schwer aus den Körperzellen und besonders schwer aus den Nervenzellen des Gehirns transportiert werden. Es wird Bestandteil anorganischer Quecksilberverbindungen (Salze), z.B. HgCl2. Es ist unbeweglich und wird kaum ausgeschieden. Es besitzt die Fähigkeit, sich in verschiedenen Drüsen des Körpers, wie Hypophyse, Pankreas, Testes, Ovarien und Prostata einzulagern. Einige Bakterienstämme wie Streptokokken können es wieder in organisches Quecksilber umwandeln.
  • Ausscheidung: Anorganisches Quecksilber wird - vor allem bei stärkerer Exposition - bevorzugt renal (Urin), organische Quecksilberverbindungen dagegen zu etwa 90 % fäkal (Stuhl) ausgeschieden. Die Ausscheidung des im Körper gespeicherten Quecksilbers über Schweiß und Atmung spielt nur eine geringe Rolle.

    Die Ausscheidungsmenge von Quecksilber ist von verschiedenen Faktoren abhängig, etwa den genetischen Bedingungen. Wer deutlich weniger als die Exposition ausscheidet, wird krank.

Nach Klinghardt können Gifte in den intrazellulären Raum verschoben werden, wenn die Speicherkapazität des extrazellulären Raums, also das Bindegewebe, bereits voll ist (üblich bei Menschen mit Amalgamfüllungen), wenn die Zellwände beschädigt sind oder wenn die Ionenkanäle der Zellwände speziell für einen (Gift-)stoff durchlässig sind, z.B. durch homöopathische Quecksilberpräparate wie etwa Mercurius solubilis. Wenn ein Hautabschnitt dem Licht aus einer Quecksilberdampflampe ausgesetzt wird, wird Hg mobilisiert und in den extrazellulären Raum verschoben. Hg wird selektiv mobilisiert in dem Gewebeabschnitt mit gemeinsamen Nerven. [20]
Relativ ungefährlich ist es, einzelne Amalgam-Bruchstücke zu verschlucken: nach geringer Absorption im Magen-Darm-Trakt werden sie normalerweise, ohne größeren Schaden anzurichten, auf natürlichem Wege über den Stuhlgang ausgeschieden.

Hinweis: Dimethylquecksilber (Hg(CH3)2) ist eine äußerst gefährliche Verbindung und kann in geringsten Mengen den Tod herbeiführen. Karen Wetterhahn, Professorin am Chemieinstitut der Universität Bristol, starb 1997 durch eine kleine Unachtsamkeit beim Umgang mit dem gefährlichen Stoff, der durch Handschuhe und Haut in ihren Blutkreislauf eindrang.

 

Pfeil nach oben2.2   Wirkung im Körper

Quecksilber wird überwiegend dampfförmig von den Füllungen abgegeben und dann direkt von der Mundhöhle in das Gehirn oder über den Speichel und den Verdauungstrakt, über die Lunge oder die Mundschleimhaut ins Blut geleitet. Es lagert sich innerhalb von Tagen ab, bevorzugt in Nieren, Hoden, Leber, Milz, Schilddrüse, Hypophyse, Fettgewebe, Nerven und im zentralen Nervensystem (ZNS = Gehirn und Rückenmark). Amalgamträger weisen in den Organen bis zu 12 mal höhere Hg-Konzentrationen auf als amalgamfreie Personen. Es durchdringt mühelos alle körpereigenen Schutzmechanismen: biologische Membranen, inklusive (Riech)Schleimhäute, alle Zellwände und insbesondere auch die Blut-Hirn-Schranke, die die empfindlichen Gehirnstrukturen vor Fremdstoffen schützen soll, und die Plazenta einer Schwangeren.

Besonders empfindlich reagiert der ungeborene oder frühkindliche Körper: die Entwicklung des kindlichen Gehirns kann während Schwangerschaft und Stillzeit erheblich beeinträchtigt werden; Autismus, Hyperaktivität oder andere Verhaltensstörungen, Neurodermitis, Allergien und andere Immunsystem-Schäden können die Folge sein. Da organische Quecksilberverbindungen nicht wasserlöslich (hydrophil), sondern fettlöslich (lipophil) sind, verweilen sie nur kurz im Blut und werden dann im Körper - vorwiegend in Fettgewebe, z.B. im Gehirn - deponiert. Damit Quecksilber wieder ausgeschieden werden kann, muss es z.B. mit einem Chelatbildner in eine hydrophile Form überführt werden.

Weitere Schadenswirkungen von Quecksilber im Körper:

  • "Quecksilber wirkt erbgutverändernd. Es greift vor allem das zentrale Nervensystem an und zerstört das Gehirn. Bei Autopsien werden Zerstörungen in der grauen Hirnsubstanz, im Kerngebiet des Hirnstamms, in der Hypophyse und im Kleinhirn gefunden. In Spätstadien fällt besonders die Erweiterung der Ventrikel als Folge einer umfassenden Hirnschrumpfung auf. Quecksilber führt über Autoimmunkrankheiten zum Tode (Multiple Sklerose, Krebs, Alzheimer)" (Daunderer: Gifte im Alltag, 2. Auflage 2005, Seite 167)
  • "Eine besonders heimtückische Eigenschaft des Quecksilbers besteht darin, dass es sich in den Nervenzellen anreichert. Diese hochspezialisierten Zellen besitzen vereinfacht einen Zellkörper mit der Erbinformation im Zellkern und einen Schlauch, das sogenannte Axon, das zum Beispiel zu einer Muskelzelle führt. Dieser Schlauch kann über einen Meter lang sein. In den Axonen gibt es Strukturen (Tubulin, Actin), in denen aufgenommene Stoffe, z.B. Aminosäuren, Vitamine, Fette bis zum Nervenzellkörper transportiert werden. Andererseits müssen die in der Nähe des Zellkerns produzierten Überträgerstoffe (Neurotransmitter) über das Tubulin ans Ende des Axons gelangen, um dort die eigentliche Erregung, also den Befehl, zu übermitteln. Quecksilber lagert sich an diese Strukturen an und behindert sofort die Transportfähigkeit des Tubulins. In der Folge ist der Nerv daran gehindert, Nährsubstanzen aufzunehmen und seine Befehle weiter zu leiten. Die Behinderung des Transporters kann letztendlich auch den Nerv töten. Es konnte gezeigt werden, dass Quecksilber zu einer verminderten Aufnahme von Aminosäuren ins Gehirn, zu einer verminderten Ausscheidung von Stoffwechsel-Abbauprodukten und Giften, zur verminderten Aufnahme von Energieträgern, zu undichten Stellen in den Kapillarwänden u.a. führt." (aus [1])
  • Es dringt in die Nervenzellen und Ganglien (Nervenknoten, die "Schaltstellen" des Nervensystems) ein, wobei es von der metallischen (Hg0) in die ionisierte Form (Hg2+) umgewandelt wird; dadurch wird der Rückweg versperrt. Leider haben Nerven kaum Entgiftungsfähigkeiten. Nervenzellen sterben an Vergiftung oder leben weiter bei fortwährender Unterernährung (Hypotrophie, Atrophie).
  • Alzheimer: Während des Nervenwachstums verbinden sich Tubulinmoleküle an ihren Enden, um winzige Röhrchen zu bilden, welche die Neurofibrillen umgeben. Durch Quecksilbereinwirkung verfällt die Nervenzelle rasch; zurück bleiben die entblößten Neurofibrillen. Andere Metalle wie Aluminium, Blei, Cadmium oder Mangan haben bei gleicher Konzentration nicht diese Wirkung. Im Film "Wie Quecksilber den Abbau von Gehirnnervenzellen verursacht" wird das anschaulich gezeigt.
  • Die lipophilen Quecksilberverbindungen lagern sich gerne an Membranstrukturen wie z.B. Zellwänden an und hemmen so die lebensnotwendige Ernährung und Entgiftung der Zelle. Quecksilber blockiert die Bildung des Energieträgers Adenosintriphosophat (ATP), der bewirkt, daß Sauerstoff und Glukose in die Zellen hinein- und die Stoffwechsel-(Abfall-)produkte herausgelangen [11]. Das führt auch zum "nitrosativen Stress" (Pall, Kuklinski).
    Hinweis: "ATP intrazellulär" wird z.B. vom Institut für Medizinische Diagnostik, Berlin, untersucht.
  • Bereits niedrige Quecksilber-Konzentrationen lösen die Apoptose (von der Körperzelle veranlasste Selbstzerstörung) aus durch Blockade der Mitochondrien.
  • Quecksilber lagert sich an Enzyme an, besonders fest an die weit verbreiteten Thiol-(S-H-) Gruppen, die Bestandteil der Aminosäuren Cystein und Methionin sind, und blockiert deren Funktion, z.B. die Schwermetallentgiftung. Es geht auch feste Bindungen zu Selen ein.
  • Durch die elektrochemische Wirkung der Schwermetalle entstehen galvanische Gleichströme bis in den mA-Bereich hinein, die permanent durch den Körper fließen.
  • Quecksilber führt zur Anreicherung von Kupfer und ist dafür verantwortlich, dass sich andere Schadstoffe (Schwermetalle, Holzschutzmittel etc.) in den Nervenbahnen des autonomen Nervensystems ansammeln, weil die Entgiftung erschwert wird.
  • Die Nebennierenrinde wird beschädigt, wodurch die körpereigene Produktion der Korticoide gestört wird. Die Medizin setzt dann das künstliche Kortison zur Unterdrückung der Entzündungen ein.
  • Quecksilber, insbesondere Quecksilberdampf, kann Hashimoto-Thyreoiditis, also eine autoimmun bedingte Schildrüsenentzündung auslösen. Dabei gibt es initial kurzfristig eine Überfunktion, die dann in eine permanente Schildrüsenunterfunktion übergeht. In einer Studie von Sterzl et al. (2006) konnte gezeigt werden, dass die erhöhten Autoantikörper gegen Schilddrüsenbestandteile nach geschützter Amalgamentfernung normalisiert wurden. Zudem werden Schildrüsenhormone durch einen Selenblockademechanismus gehemmt. Quecksilber führt zu einem erhöhten Verbrauch von Selen; durch Amalgam wird der in der mitteleuropäischen Bevölkerung verbreitete Selenmangel weiter verstärkt. Selen ist aber notwendig, damit aus dem inaktiven Schilddrüsenhormon T4 durch Dejodase 1) das aktive T3 gebildet wird. So entstehen periphere Schilddrüsenunterfunktionen durch Quecksilberbelastung.

    Therapie: Quecksilberausleitung, Gabe von Selen. Falls die Schildrüse durch den Autoimmunprozess schon zu stark zerstört ist, ist eine Heilung nicht mehr möglich und Schilddrüsenhormone (ohne Titandioxid als Begleitstoff!) müssen lebenslang zugeführt werden. (Quelle: Dr. Mutter)

    1) Das Enzym Dejodase spaltet ein Jod-Atom von T4 ab und überführt es so in T3.
  • Die im Körper entstehenden komplexen Hg-Verbindungen lagern sich bevorzugt im Lymphsystem ab. Das hat die Schwellung der Lymphknoten, besonders im Kopfbereich, zur Folge. Die Verringerung der Widerstandsfähigkeit, tuberkulöse Erkrankungen in fortgeschrittenem Stadium, die Neigung zu Eiterbildung und immer wiederkehrende Erkältungen finden hier ihre Ursache.
  • Quecksilber wird auch im Herzen, Rückenmark, im Hypothalamus, von wo aus das autonome (vegetative) Nervensystem gesteuert wird, im limbischen System, dem Sitz der Emotionen, besonders in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse, steuert das Hormonsystem; s. Studien von Störtebecker), Hoden und Eierstöcken angesammelt und schädigt sie. Durch Schädigung der Hypophyse werden Intelligenz und Emotion negativ beeinflusst. Quecksilber beeinträchtigt die Fortpflanzungsfähigkeit. Für organische Quecksilberverbindungen konnte in Zellkulturen eine chromosomenschädigende Wirkung nachgewiesen werden.
  • Die Weitergabe an den Fötus wird an folgendem Zusammenhang deutlich: die Quecksilber-Konzentration in den roten Blutkörperchen des Fötus ist um 62% höher als in den roten Blutkörperchen der Mutter; Quelle: [19].
  • Einige Forscher vermuten einen Zusammenhang zu Sexualhormonen: Testosteron, das männliche Sexualhormon, verstärke die neurotoxische Wirkung von Quecksilber, während Östrogen, das weibliche Sexualhormon, eine schützende Wirkung entfalten soll. Das könnte das Verhältnis 3:1 (Jungen:Mädchen) bei Autismus erklären. Andererseits erhöht Quecksilber das Risiko für Zyklusstörungen.
  • Als Abwehr gegen Quecksilber produziert der Magen-Darm-Trakt den giftigen Schwefelwasserstoff (H2S), wodurch die Abwehr des Immunsystems gegen Pilzinfektionen (Candida albicans) entscheidend geschwächt wird. Einerseits binden diese Pilze das Quecksilber an sich und schützen dadurch das Nervensystem, andererseits produzieren sie selbst weitere Gifte, die das Immunsystem schwächen und auch das Gehirn belasten können (z.B. chronische Erschöpfung).
  • Quecksilber ist (neben den Antibiotika) die einzige Substanz, die die Resistenz von Bakterien gegenüber Antibiotika erhöht.
  • Der Einbau von Quecksilber-Atomen in Enzyme und Zellen führt dazu, daß das Immunsystem körpereigene Zellen als Fremdkörper identifiziert und zerstört (Autoimmunkrankheiten) bzw. harmlose Fremdkörper irrtümlich wie gefährliche Eindringlinge bekämpft (Allergie).
  • Quecksilber erhöht den oxidativen Stress durch Bildung "freier Radikaler" mit daraus folgender Gewebs- und Gefäßschädigung, also erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dadurch steigt der Verbrauch an Antioxidantien, z.B. Glutathion. Qu. behindert die Reparatur von Zellen, die durch oxidativen Stress oder Röntgenstrahlen geschädigt wurden. Mögliche Gegenmaßnahme: Antioxidantien, z.B. Bioflavonoide, Vitamine C und E, durch orale Einnahme oder durch Einwirkung über die Haut.
  • Durch Quecksilber wird die Resistenz von Nerven-, Nieren- und Leberzellen gegenüber Umweltgiften vermindert. Entsprechende Beobachtungen werden an Patienten gemacht: Amalgamträger (auch ehemalige) vertragen andere Noxen - etwa Zigarettenrauch oder elektromagnetische Felder - schlechter.
  • Elektromagnetische Felder (EMF, Elektrosmog) verschlechtern die Stoffwechsel-Fähigkeiten der Zellen des ZNS und damit auch die Hg-Entgiftungs-Aktivität [24]. An autistischen Kindern konnte gezeigt werden, dass die Hg-Ausscheidung erst nach Schaffung einer EMF-freien Umgebung gelang.
  • Schwermetalle tragen zur Entstehung von Krebs bei: zum einen können Schwermetalle direkt Krebs erzeugen, z.B. durch Schädigung der Erbsubstanz im Zellkern, zum anderen können sie die körpereigenen Abwehr- und Reparaturmechanismen schädigen, so dass andere Faktoren verstärkt zu Entstehung, Wachstum und Metastasierung von Krebszellen führen können.
  • Schwermetalle sammeln sich in Gewebe-Degenerationen, also in Pickeln, Abszessen, Tumoren, Herden usw. Der Körper richtet sich eine eigene "Sondermüll-Deponie" ein. Laboruntersuchungen dieser Gewebeproben haben extrem hohe Schwermetall-Konzentrationen ergeben.
  • Quecksilber sammelt sich im Knochenskelett an. Im Alter wird das gespeicherte Quecksilber durch Osteoporose (Knochenschwund) wieder freigesetzt [15]. "Beim Abbau des Knochens (z.B. bei Osteoporose), aber auch bei Schwermetallbelastung des Knochens werden die Querverbindungen der im Knochen enthaltenen Bindegewebsfasern (Kollagen) zerstört. Dies erscheint dann verstärkt als Desoxypyridinolin (DPD) im Urin" [1a S. 230].

Aus einem Beitrag der Uni Erlangen:
"Ein großes Problem bei Quecksilber schafft der Körper selbst: Bestimmte Enzyme, die Methylgruppen übertragen, können auch Quecksilber methylieren. Das entstehende Dimethylquecksilber, eine metallorganische Verbindung, ist fettlöslich und kann daher die Zellmembran durchdringen. Das Schwermetall wird über den ganzen Körper verteilt und reichert sich im Fettgewebe an.

Quecksilberionen besitzen eine hohe Affinität zu Schwefel. Sie sind in der Lage, Disulfid-Brücken der Proteine aufzubrechen. Die Tertiärstruktur des Eiweiß-Moleküls wird dadurch verändert, das Protein verliert seine Funktionsfähigkeit. Diese Störungen können in allen Organen und Geweben auftreten, besonders anfällig ist das Nervensystem."

Zur Verdeutlichung der langen Halbwertszeit von Quecksilber im Gehirn berichtet Dr. Mutter über folgenden Fall:

"Ein gesunder Arbeiter war im Alter von 41 Jahren (1974) einmalig akut Hg-Dampf ausgesetzt. Anfangs waren die Hg-Werte im Urin stark erhöht, sie fielen aber innerhalb von 4 Wochen durch die Therapie mit einem Chelatbildner (D-Penicillamin) stark ab. Der Arbeiter litt bis zu seinem Tod 16 Jahre später an starker Müdigkeit, innerer Unruhe, starken brennen­den Bauchschmerzen, einem latenten Diabetes mellitus und einem 'organischen Psychosyndrom'. Verschiedene medizinische Gutachten bis 1986 erklärten, dass der Hg-Gehalt seiner Organe seit 1976 "normal" sei. Auch wurde durch Provokations­tests mit Chelatbildnern keine Erhöhung der Hg-Werte im Urin erreicht. Er starb 1990 an einem Lungentumor, ohne jemals wieder arbeitsfähig gewesen zu sein."

"Die Autopsie erbrachte höchste Hg-Werte im Kleinhirn (2190 ng/g), Okzipitalhirn (1090 ng/g), Thalamus (1010 ng/g), in Niere (1650 ng/g), Lunge (600 ng/g) und Schilddrüse (250 ng/g). Das meiste Hg fand sich übrigens intrazellulär in der Nähe des Zellkerns. Auch die Basalganglien und Motoneuronen zeigten intrazelluläre Hg-Depots in großer Dichte, welche offensichtlich über 16 Jahre weder natürlicher­weise, noch durch die mehrmalige Unterstützung von Chelatbildnern ausgeschieden wurden."

Nach Klinghardt entstehen durch Schwermetalle im extrazellulären Raum Schmerzen, Brennen, Darmprobleme und die meisten anderen Symptome, während die Schwermetalle im intrazellulären Raum keine offensichtlichen Symptome hervorrufen, aber das Immunsystem zeigt Fehlfunktionen auf einem elementaren Niveau, was langfristig zu schweren chronischen Erkrankungen führt.

Die Halbwertszeit ist der Zeitraum, in dem die Quecksilber-Belastung eines Organs auf die Hälfte abgesunken ist, wenn kein neues Quecksilber hinzukommt. Die Halbwertszeit beträgt mehrere Jahre, im zentralen Nervensystem 15 bis 28 Jahre oder mehr. Sie hängt sehr vom Funktionieren der Enzyme und Stoffwechselprozesse ab, die für die Quecksilber-Ausscheidung verantwortlich sind. Kommt ständig neues Quecksilber, etwa aus Amalgamfüllungen, hinzu, dann stellt sich (theoretisch) erst nach ca. 5 Halbwertszeiten ein stabiler Zustand ein (Quelle: BfArM-Bescheid vom 21.7.1995). Folglich kann die Quecksilber­konzentration im Gehirn des Amalgamträgers ein Leben lang zunehmen.

 

Pfeil nach oben2.3   Symptome

  • Allgemeinbefinden und Psyche:
    Psychovegetatives Syndrom bzw. vegetative Dystonie oder Neurasthenie [9],
    Mattigkeit bis chronische Erschöpfung, Entschlusslosigkeit,
    reduzierte körperliche und geistig-nervliche Belastbarkeit,
    Konzentrationsschwierigkeiten (folglich Gedächtnisprobleme),
    emotionale Labilität (Erethismus mercurialis), Ängstlichkeit, Menschenscheu,
    Depressionen, Aggressivität, Psychosen, krankhaft gesteigerte Erregung, Schizophrenie
    Verhaltensstörungen wie Autismus, Hyperaktivität und Jähzorn.
    Die Leistungsfähigkeit des Gehirns - die mentalen Fähigkeiten - werden deutlich eingeschränkt. Menschen mit leistungsfähigem Gehirn können Situationen schnell und richtig einschätzen, planen und vorausschauend denken, im Gespräch flexibel und schlagfertig reagieren, Probleme lösen, kreativ und positiv denken, haben Spontaneität und Eigenmotivation, keine grundlosen Ängste und Depressionen.
  • Nerven und zentrales Nervensystem (ZNS):
    Verschlechterung des IQ (s. Studien von Grandjean und Bellanger)
    Migräne [6], Kopfschmerzen,
    Tremor (Muskelzittern), zitternde Schrift,
    Akrodynie (Feer-Krankheit, pink desease)
    Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Gangunsicherheit, Benommenheit, Schwindel,
    Sprachstörungen, verschwommene Aussprache (Pseilismus),
    Sehstörungen, Retina-Degeneration
    Hörstörungen (Hörsturz, Tinnitus),
    Taubheitsgefühl,
    Multiple Sklerose,
    Alzheimer,
    Parkinson'sche Krankheit,
    Neurodermitis
    Fibromyalgie (chronische, nichtentzündliche Schmerzerkrankung der Bewegungsorgane)
    amyotrophe Lateralsklerose (ALS),
    Degeneration und Schmerzen an Halswirbelsäule, Rückgrat und Bandscheiben;
  • Erkrankungen des Immunsystems:
    Quecksilber-, Nickel-, Gold- und andere Allergien,
    Nahrungsmittelunverträglichkeit,
    Hautentzündungen, Pilze, Flechten, Ekzeme, Myome, Herpes
    Darmpilze (Candida albicans),
    Herz-, Nieren- und Leberschäden,
  • Mund:
    Metallgeschmack, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündung;
  • weitere Autoimmunkrankheiten, z.B.
    - rheumatoide Arthritis: chronische Entzündung der Gelenke
    - chronische Polyarthritis: Entzündung von fünf oder mehr Gelenken.
    - systemischer Lupus erythematodes: Fieber, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen
    - Zöliakie (oder Sprue): Zerstörung der Dünndarmschleimhaut nach Verzehr von Gluten-haltigem Getreide
    - Addison-Krankheit: Nebennierenrinden werden geschädigt
    - Antiphospholipidsyndrom: wiederkehrende Thrombosen, Fehlgeburten
    - Asthma
    - Diabetes Typ 1 (Zerstörung der "Langerhansschen Inseln" in der Bauchspeicheldrüse)
    - Morbus Crohn: Entzündung des Verdauungstraktes vom Mund bis zum After
  • andere:
    Haarausfall,
    Speichelfluss,
    Appetitlosigkeit, Magendrücken, Übelkeit,
    Colitis ulcerosa: Entzündung der Darmschleimhaut
    gesteigerte Empfindlicheit gegenüber Chemikalien (MCS) und Elektrosmog,
    Schilddrüsenentzündung, Schilddrüsenüber- oder unterfunktion, Hormonstörungen,
    Muskel- und Knochen- und Gelenkschmerzen,
    Herzrhythmusstörungen,
    Bluthochdruck
    Nierenschädigung,
    Endometriose
    Unfruchtbarkeit
    plötzlicher Kindstod (SIDS).

Zu den unterstrichenen bzw. verlinkten Krankheiten stehen unter Links, Abschnitt 13, weitere Hinweise. Eine umfangreiche Symptomenliste steht auch in Daunderers Patienteninformation.

Quecksilber erhöht die Sensibilität gegenüber anderen Umweltgiften (z.B. Blei) und elektromagnetischen Feldern ("Elektrosmog"), und kann zu Mangelerscheinungen bei lebenswichtigen Spurenelementen (z.B. Zink, Selen) und Vitaminen (z.B. B3, B12) führen. Der Mangel kann durch schlechtere Resorption, erhöhten Verbrauch oder durch vermehrte Ausscheidung entstehen. Quecksilber verbraucht diese Stoffe bei seiner Ablagerung im Körper, etwa durch Komplexbildung mit Selen.

 

Pfeil nach oben2.4   Entgiftung und genetische Disposition

Die Schadenswirkung von Quecksilber ist individuell unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab: von den genetischen Bedingungen, von der Anwesenheit anderer toxischer Belastungen (z.B. Blei), von der Wirksamkeit der körpereigenen Zellentgiftung und der Ausscheidungsorgane und von der Immunsystembelastung. Bei amalgamsensiblen Personen ist offenbar die genetische Ausstattung, d.h. ob im Körper bestimmte für die Entgiftung wichtige Enzyme gebildet werden, von besonderer Bedeutung [33]:

  • Apolipoprotein-E (Apo-E)
    Das Enzym Apolipoprotein-E [5] tritt in den Polymorphismen ε2, ε3 und ε4 auf, die sich hinsichtlich der Quecksilber-Entgiftungsleistung unterscheiden, abhängig von der Zahl der Sulfhydryl-(SH-)gruppen des Proteins. Nur bei Variante ε2 funktioniert die körpereigene Schwermetallentgiftung gut, bei ε3 weniger gut, bei ε4 gar nicht. Das Gehirn-Liquor weist die zweithöchste ApoE-Konzentration im Körper auf. Damit wird das Gehirn schon außerhalb der Gehirnzellen vor Schwermetallen geschützt. ApoE-ε4 ist der bedeutsamste genetische Risikofaktor für die Alzheimerkrankheit. ApoE-ε4-Träger reagieren auch empfindlicher auf Blei-Belastung.
  • Glutathion-S-Transferase (GST)
    Umweltschadstoffe und Reaktionspartner schädigen die körpereigenen Zellen. Das Glutathion-S-Transferase-System ist eines der wichtigsten Schutzsysteme dagegen. Das Enzym GST, das in mehreren Varianten (Isoformen) vorkommt, koppelt Glutathion (GSH) an verschiedene Substrate an. Dadurch wird die Wasserlöslichkeit des Stoffwechselprodukts erhöht und es wird besser ausgeschieden. Glutathion ist sehr wichtig für den Körper: es ist ein starkes Antioxidans, das freie Radikale ausschaltet, DNA-Reparatur-Prozesse einleitet und den Körper damit vor vorzeitiger Alterung schützt. Hat der Körper zu wenig Glutathion, sind chronische Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma, Demenz, Magen-Darm-Erkrankungen, Krebs usw. vorprogrammiert. Auch Infektionskrankheiten werden wahrscheinlicher.

    Das Enzym GSTM1 unterstützt die intrazelluläre Entgiftung von vielen Umweltschadstoffen und Schwermetallen; zudem bietet es einen wichtigen Schutz vor oxidativem Stress. Das Enzym GSTT1 wirkt insbesondere bei der Entgiftung elektrophiler und hydrophober Substanzen, zu denen eine große Anzahl von Umweltschadstoffen und Schwermetallen, insbesondere Karzinogenen, zählt. Die deutsche Bevölkerung weist 54% GSTM1-Negative und 18% GSTT1-Negative auf. ("Negativ" bedeutet: das Gen ist nicht vorhanden, das Enzym wird nicht gebildet, Entgiftung ist nicht möglich.)
    Quelle der Zahlen: Kempkes M, Golka K, Reich S, Reckwitz T, Bolt HM: Glutathione S-transferase GSTM1 and GSTT1 null genotypes as potential risk factors for urothelial cancer of the bladder (1996). Siehe auch Abschnitt 4.3.4 Glutathion als Therapie und [12]

  • Multiple Drug Resistance (MDR1)
    Das MDR1-Gen produziert, wenn vorhanden, das p-Glycoprotein (PGP), das einen aktiven Transporter bildet, der an Blut-Gewebe-Schranken das Gewebe vor dem Eindringen von Toxinen und anderen Fremdstoffen (Xenobiotika) schützt und unter ATP-Verbrauch zelltoxische Stoffe - hauptsächlich lipophile Substanzen und Antibiotika - aus der Zelle pumpt (PGP-Pumpe). Im Darm begrenzt MDR1 die Absorption von Fremdstoffen, in der Leber und den Nieren unterstützt es die Ausscheidung bestimmter Substanzen. Bei homozygoter Mutation des MDR1 können Medikamente und andere Substanzen verstärkt auf die Zellen einwirken und ungehindert durch die Blut-Hirn-Schranke passieren, wodurch zwar die Wirksamkeit der Medikamente verbessert, jedoch der Schutz vor Fremdstoffen geschwächt wird. Neuere Erkenntnisse aus der Veterinärmedizin zeigen, dass Hunde mit einem homozygot positiven Befund im MDR1-Gen - bei Verabreichung spezifischer Medikamente - sofort neurotoxische Symptome zeigen, die bis zum Tode des Hundes in relativ kurzer Zeit führen können.
  • Hypomethylation: die durch Quecksilber bedingte Abnahme der Methylation.
    Bei Anwesenheit von Quecksilber wird die Methininsynthetase gehemmt, was dazu führt, dass Homocystein nicht gut wieder in Methionin und S-Adenosylmethionin (SAM) umgewandelt wird. Dadurch verarmen die Methylgruppen bzw. es finden weniger Methylierungsreaktionen statt. Diese sind aber notwendig, damit Carnitin, Neurotransmitter und Melatonin gebildet werden und damit Wachstum und die Glutathionsynthese überhaupt stattfinden können.
  • CPOX4-Polymorphismus N272H:
    Der Polymorphismus von Coproporphyrinoxidase (CPOX) führt zu erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Hg und zur Hemmung der Synthese des Proteins Häm. Dieses ist als Bestandteil aller P450-Enzyme wichtig für die Entgiftung; es hat die Fähigkeit, Alzheimer-typische β-Amyloid-Ablagerungen aus dem Gehirn zu entfernen.
    "Die meisten Menschen (ca. 85%) reagieren auf Quecksilberbelastung mit dosisabhängiger Änderung der Porphyrin-Ausscheidung. Ein Polymorphismus, CPOX4, entspricht hoher Ausscheidung eines atypischen Porphyrins (KICP) und erhöhter Neurotoxizität, wie unter etwa 15% der Hg-belasteten Personen beobachtet. Precopro (KICP) mag als metabolischer Biomarker einer besonderen Empfindlichkeit auf Belastung durch Quecksilber dienen. CPOX4 erniedrigt die Schwelle für durch Quecksilber ausgelöste Verhaltensstörungen." (James Woods). Die CPOX4-Wirkung ist geschlechtsabhängig [30]. Siehe auch Untersuchungen von Tingting Li.
  • BDNF-Polymorphismus V66M
    BDNF (Brain derived neurotrophic factor), zu den Neurotrophinen zählend, ist ein protektiver Faktor, der das Wachstum, die Differenzierung und das Überleben neuronaler Zellen fördert. "Ein Polymorphismus (G196A bei codon 66) beeinträchtigt Gedächtnis und Aufmerksamkeit, bewirkt Depressionen und Ängste - ebenso wie Quecksilber." (James Woods). Die Minderfunktion von BDNF bedingt, dass Reparaturmechanismen weniger effizient arbeiten und dass die Reparatur eingetretener Schäden nicht so gut erfolgen kann. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zur Entstehung verschiedener psychischer Erkrankungen - Ängste, Depressionen - und zum Ausmaß der schädigenden Wirkung einer chronischen Quecksilberbelastung.
  • MTHFR-677-Mutation
    Das Enzym Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) ist am Folat-Metabolismus beteiligt. Folat ist ein Kofaktor für die Remythelisierung von Homocystein und für die Regeneration von Methionin aus Homocystein.
    Die Variante an Nucleotidposition 677 (C677T) des MTHFR-Gens führt zu einem thermolabilen Enzym, das mit einer verringerten Enzymaktivität assoziiert ist. Heterozygote Träger des C/T-Allels haben eine Enzymaktivität von ca. 60%, die Enzymaktivität bei homozygoten Trägern (TT-Genotyp) ist auf 35% des Normwerts herabgesetzt. Die Häufigkeit des TT-Genotyps schwankt in den einzelnen untersuchten Populationen zwischen 5 und 15%.
    Die Enzymaktivitätsminderung führt zu einer signifikanten Hemmung der Methioninproduktion, was wiederum durch eine reduzierte Kinetik im Pfad der Methionin-Transsulfuration eine Verminderung von Cystein, Glutathion und Metallothionein zur Folge hat. Metallothioneine sind eine Familie kleiner cytoplasmatischer Proteine, die die Fähigkeit besitzen, Schwermetalle zu binden. Es gibt Hinweise darauf, dass sie an der Ausscheidung toxischer Metalle wie Cadmium und Quecksilber beteiligt sind.
    Verschiedene Studien bezüglich Impfnebenwirkungen haben Anhaltspunkte für die Kausalität zwischen Quecksilber in Form von Thiomersal in Impfseren, neurologischen Störungen und dem Vorliegen des MTHFR-Polymorphismus gegeben. [22]
  • Metallothionein (MT)
    MT enthält Zink, bindet sich an Quecksilber und ist möglicherweise für das Kupfer-/Zink-Verhältnis verantwortlich. Die MT-Synthese wird durch Metalle im Körper (Cd, Zn, Hg, Ag, Cu) angeregt. Genetisch bedingt kann die MT-Produktion blockiert sein. Weitere Info bei Great Plains Laboratory.
  • 5-Hydroxytryptamine Transporter (5-HTT)
    "Der Transporter 5-HTT vermittelt die Aufnahme von Serotonin in Neuronen. Ein Polymorphismus (5-HTTLPR) in der vermittelnden Region des Transportergens wird mit Ängsten, Depressionen und Selbstmordneigung in Verbindung gebracht, ebenso wie Quecksilber." Dazu Studien von James Woods et al.: _1_ _2_.
  • Catechol-O-Methyl Transferase (COMT) Val158Met
    "Die Catechol-O-Methyltransferase (COMT) ist ein Enzym, das in den sympathischen Nervenenden der Zielorgane verschiedene Catecholamine, darunter das Noradrenalin, das Adrenalin und das Dopamin, deaktiviert. Patienten, die ein genetisches Defizit des Enzyms COMT haben, sind nicht in der Lage die Substanzen ausreichend schnell zu metabolisieren.
    Die verzögerte Metabolisierung der Katecholamine prägt den Phänotyp der Betroffenen. Wird eine Stressreaktion ausgelöst, entwickeln beide Geschlechter hektische Aktivität, Betriebsamkeit und Leistungssteigerung bis hin zu Aktionismus. Wird dieses positiv genutzt, leisten diese Frauen und Männer überdurchschnittlich viel. Oft sind sie auch besonders intelligent und aufnahmefähig, jedoch kaum teamfähig. Die Betroffenen sind aufgrund des hohen Verbrauchs an allen Ressourcen besonders anfällig für Erschöpfungssyndrome/CFS sowie besonders infektanfällig (Immunsuppression und Mitochondropathien). Weiterhin besitzen sie eine geringe Reizschwelle und stehen daher auch im Risiko für chronische Schmerzen und chemische Sensitivität.
    COMT-Mangel ist auch mit psychiatrischen Krankheitsbildern assoziiert (Paranoide Psychosen, Schizophrenie). Der Exposition gegenüber Umweltschadstoffen, für deren Metabolisierung COMT erforderlich ist, kommt als Trigger für die Manifestierung klinisch relevanter Krankheiten vieler Fachgebiete der Medizin eine entscheidende Bedeutung zu.
    Literatur: Ergebnis: bei COMT-Mangel werden die Quecksilberwirkungen verschlimmert hin zu Aktionismus, Erschöpfung und Psychosen.
  • Superoxiddismutase 2 (SOD2)
    Für den Schutz der Mitochondrien, der Energiezentren jeder einzelnen Zelle, ist die SOD2 von besonderer Bedeutung. Sie schützt die Zellorganellen vor oxidativem Stress und freien Sauerstoffradikalen. Infolge ihrer Minderleistung führt der immer bei toxischer Überlastung auftretende oxidative Stress und die dadurch stärker auftretenden freien Sauerstoffradikale schneller zu Zellschäden und Zellalterung. Der Sachverhalt ist insbesondere für neurodegenerative Prozesse von Bedeutung.
  • Arylamine N-Acetyltransferase 1 (NAT1)
    NAT1 ist ein Fremdstoff-metabolisierendes Enzym, das aromatische Amine umwandelt (transformiert). Diese Funktion wird durch Quecksilber blockiert. [31]
  • Tryptophan 2,3-Dioxygenase (TOD2)

Falls eines der Enzyme nicht gebildet (exprimiert) wird, kann die Ausscheidung von Quecksilber, auch von anderen Schadstoffen und Medikamenten, beeinträchtigt sein. Auch körpereigene Stoffwechselprodukte können Schadstoffe sein. Spezielle Labore bieten eine Untersuchung des Blutes auf Gen-Varianten an. Auch für MCS/CFS-Patienten kann eine Untersuchung auf genetische Poymorphismen interessant sein, wenn als Ursache eine eingeschränkte Ausscheidung von Chemie-Giften angenommen wird.

Fachausdrücke:

  • Allel: mögliche Ausprägung (Variante) eines Gens, das sich an einem bestimmten Ort (Locus) auf einem Chromosom befindet.
  • MDR: Multiple Drug Resistance
  • homozygot: reinerbig, von beiden Elternteilen wird das gleiche Erbgut vererbt
  • heterozygot: gemischterbig: unterschiedliches Erbgut von den Eltern
  • Polymorphismus: das Auftreten einer Genvariante (eines Allels) in einer Population.
  • Genexpression: die Auswirkung der Genvariante auf die Zellen des lebenden Organismus
  • Epigenetik: Gestaltung bzw. Veränderung von genetischen Informationen nicht durch Vererbung und nicht durch Änderungen der DNA, sondern innerhalb des lebenden Organismus
  • hydrophob: wassermeidend (wasserabweisend, -feindlich)
  • Transferasen sind Enzyme, die die Übertragung einer Substanz X von einem Donator A zu einem Akzeptor B bewirken (katalysieren).
 

Pfeil nach oben3   Diagnose

Leider gibt es keine diagnostische Methode, mit der am lebenden Menschen die Quecksilberkonzentration innerhalb und außerhalb der Zellen des Nerven- und Immunsystems unmittelbar gemessen werden kann. Die WHO stellt fest:

"There are at present no suitable indicator media that will reflect concentrations of inorganic mercury in the critical organs, the brain or kidney, under different exposure situations.
[ ... ]
One important consequence is that concentrations of mercury in urine or blood may be low quite soon after exposure has ceased, despite the fact that concentrations in the critical organs may still be high." [21]

Es gibt momentan keine geeigneten Indikatormedien, die die Konzentrationen von anorganischem Quecksilber in den kritischen Organen, Gehirn oder Nieren, unter unterschiedlichen Belastungssituationen widerspiegeln.
[ ... ]
Eine wichtige Konsequenz ist, dass Quecksilber-Konzentrationen in Urin oder Blut kurz nach dem Ende einer Exposition niedrig sein mögen, im Gegensatz zu der Tatsache, dass Konzentrationen in den kritischen Organen immer noch hoch sein können.

Es gibt keine Labordiagnostik, die unzweifelhaft bestätigt oder widerlegt, ob eine Amalgam- bzw. Quecksilbervergiftung vorliegt. Es sollten mehrere der unten beschriebenen Testmethoden angewandt werden. Bei Verdacht auf chronische Quecksilbervergiftung sollte auch überprüft werden, ob andere organische Erkrankungen vorliegen.

Schulmedizin und Wissenschaft

In den Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie ist seit langem bekannt, dass Quecksilber sich in biologischen Systemen anreichert, also ein Speichergift ist, und dass es hochgradig neurotoxisch ist. Einschlägige Erfahrungen hat etwa der Chemiker Prof. Alfred Stock, in den 1930er Jahren Vorstand des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin-Dahlem, beschrieben. Auch in den meisten Lexika wird nur die neurotoxische Wirkung genannt. Die Quecksilberstrategie von EU und UNEP beruht im wesentlichen auf der Neurotoxizität. Manchmal wird auch die immun-toxische Wirkung erwähnt.

In der medizinischen Forschung werden Neuro- und Immun-Toxizität manchmal berücksichtigt. In vielen Studien wird jedoch die Speicherwirkung ignoriert; aus den beobachteten Daten werden dann falsche Schlüsse gezogen. Amalgambefürworter beziehen sich gerne auf solche fehlerhafte Studien.

In der klinischen Schulmedizin wird die Speicherwirkung und die Einwirkung von Quecksilber auf das zentrale Nervensystem ignoriert. Fast alle Neurologen sind völlig ahnungslos; sie interessieren sich nicht für das Thema; s. auch ärztl. Fachverbände. Schulmedizinisch lässt man nur die Schädigung des Immunsystems gelten, aber auch nur dann, wenn sie im Epikutantest erkennbar wird und zusätzlich "charakteristische klinische Bilder wie Kontaktstomatitis, Gingivitis, Lichen ruber der Mundschleimhaut oder rezidivierende aphthöse Veränderungen" bestehen. (Quelle: Deutsche Kontaktallergiegruppe)

In einer Antwort des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages vom 9.5.2001 (Punkt 2.10.3, Seite 44), zusammengestellt von schulmedizinischen "Experten", heißt es: "Weitere zugeschriebene Nebenwirkungen wie z. B. Störungen des Nervensystems oder des Autoimmunsystems konnten bisher nicht bestätigt werden."

Prof. Stocks Feststellung, "daß die der Ärzteschaft damals wenig bekannte chronische Quecksilbervergiftung unerwartet verbreitet ist und daß sie auch von Amalgam-Zahnfüllungen hervorgerufen werden kann", ist auch nach 80 Jahren unverändert aktuell. Seine andere Feststellung "leider gibt es für die Amalgame [...] für die Massen- (und Kassen-)Praxis noch keinen vollwertigen Ersatz" ist dagegen glücklicherweise überholt.

S. dazu auch den Kasten "Warum sind Blut und Urin als Indikatoren einer Hg-Belastung nicht geeignet?"

Bei jedem Menschen ist diejenige Quecksilber-Dosis unterschiedlich, die zu den Krankheitssymptomen einer chronischen Vergiftung führt, weil die Fähigkeit, Quecksilber auszuscheiden, von mehreren Faktoren abhängt (s. auch Abschnitt 2.4), und deshalb bei gleicher Anzahl Füllungen unterschiedlich viel Quecksilber in den Organen deponiert wird. Andere Schadstoffe können die Toleranz des Körpers gegenüber Quecksilber verringern. Beim Auftreten von Krankheitssymptomen, z.B. Allergien, hat das Gift bereits im gesamten Zellsystem seine Wirkung ausgeübt.

 

Pfeil nach oben3.1   Testmethoden

  • In einer Biopsie (Gewebeprobe), z.B. aus dem Kiefer oder der Bandscheibe, kann ein Labor ggf. extrem hohe Quecksilberkonzentrationen nachweisen.
  • Wenn sich unterschiedliche Metalle in einem Elektrolyten (= elektrisch leitende Flüssigkeit, z.B. Speichel) befinden, werden Metallionen aus dem festen Metall-(Amalgam-)verbund herausgelöst. Folgewirkung: das Amalgam löst sich auf, Quecksilber wird freigesetzt. Mit elektrischen Strom- und Spannungsmessungen werden diese elektrochemischen Effekte gemessen. Dieser "Batterie-Effekt" ist auch durch Metallgeschmack im Mund erkennbar.
  • Mit dem Kaugummi- bzw. Speicheltest wird gemessen, wieviel Quecksilber und weitere Schwermetalle von den Füllungen in die Mundhöhle abgegeben werden. Sein Ergebnis sagt nichts über die tatsächliche Quecksilberbelastung des Körpers und der Organe aus.
  • Der Epikutantest dient zum Nachweis einer Typ IV - Allergie. Dabei werden Pflaster auf den Rücken geklebt, die als Metallsalz das vermutete Allergen, z.B. Amalgam, enthalten. Der Test ist positiv, wenn die beklebten Stellen sich nach 2 oder 3 Tagen röten. Je länger die Pflaster auf der Haut sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Allergie-Reaktion eintritt. Die "Deutsche Kontaktallergie-Gruppe" hat dazu eine Empfehlung veröffentlicht, die im Bereich der Schulmedizin verbindlich ist; s. auch Links.
    W.P.Bieger und W.Mayer stellen jedoch in ihrem Beitrag "Immuntoxikologie der Dentalmaterialien" [2] fest, "... dass der Epikutantest ein effizientes Nachweisverfahren für die über Hautkontakt mit Metallen induzierte Kontaktdermatitis darstellt. Es sind jedoch Zweifel angebracht, ob dies bei Metallkontakt mit der Schleimhaut der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes im Verlauf der Freisetzung aus Dentalimplantaten gleichermaßen der Fall ist. Während bei Kontakt von Haut und Metallschmuck an eng umschriebener Stelle relativ hohe Metallkonzentrationen entstehen können, ist der jahrelange Prozess der Metallfreisetzung aus Zahnimplantaten mit nur geringer lokaler Konzentrationsentwicklung verbunden." (s. auch [3]).
    Leider ist der Epikutantest die einzige von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannte Testmethode. Bei negativem Testergebnis kann dennoch eine chronische Quecksilber-Vergiftung vorliegen.
  • Mit dem Lymphozyten-Transformations-Test (LTT) oder dem MELISA-Test (speziell für Schwermetall-Vergiftung) gibt es eine sehr viel genauere (und teurere) Methode zur Bestimmung des Allergie-Potenzials von Quecksilber und anderen Schwermetallen.
  • Autismus und Quecksilber

    In einer Arbeit über Autismus [10] steht das verblüffende Ergebnis, wonach Babies mit den geringsten Quecksilber-Konzentrationen im ersten Haarschnitt die höchste Wahrscheinlich­keit aufwiesen, Autismus zu entwickeln. Die tatsächliche Quecksilber-Belastung der Babies, die Autismus entwickelt hatten, wurde erst gefunden, nachdem ein Zusammenhang mit den mütterlichen Amalgamfüllungen und Impfungen hergestellt worden war.

    Hinweise:

    • Autismus und andere neurodegenerativen Erkrankungen können auch durch Quecksilber (und andere Schadstoffe) in Impfstoffen entstehen.
    • Schulmediziner sind fest davon überzeugt, dass die Ursache von Autismus unbekannt ist und dass er keinesfalls durch neurotoxische Substanzen verursacht werden kann.
  • Die Haaranalyse ermittelt das Ausmaß der Quecksilber-Belastung in den letzten 3 Monaten. Sie ist ein Maß für die Menge an Quecksilber, die durch Fischverzehr aufgenommen wurde, und für die erhöhte Quecksilber-Belastung, die z.B. beim Legen, Polieren und Entfernen von Amalgam-Füllungen entsteht. Das im Gehirn und im übrigen Körper deponierte Quecksilber wird von der Haaranalyse jedoch nicht erfasst. Zudem hängt die Quecksilber-Ausscheidung in die Haare von der genetisch bedingten Ausscheidungsfähigkeit, etwa vom Enzym Apolipoprotein-E (s. Abschnitt 2.4) ab: je schlechter die Entgiftung, desto weniger Quecksilber findet sich im analysierten Haar, desto höher ist andererseits die körperliche Belastung.

    Auch hohe Calcium-Werte in der Haaranalyse können auf chronische Quecksilbervergiftung hinweisen, weil Calcium dann vom Körper nicht mehr absorbiert, sondern ausgeschieden wird.

    Prof. Gustav Drasch [7] hat festgestellt, dass Haarmineralanalysen generell unzuverlässig sind, weil die Laborergebnisse nicht reproduzierbar sind (aus der gleichen Haarprobe ermitteln mehrere Labore unterschiedliche Werte) und weil der Zusammenhang zwischen Haarbelastung und Belastung des übrigen Körpers unklar ist.

  • Beim DMPS-Test wird Quecksilber im Gewebe, vor allem in den Nieren mobilisiert; danach wird die Quecksilber-Konzentration im Urin labortechnisch ermittelt. Üblich ist die Entnahme einer Urinprobe vor und eine Stunde nach der DMPS-Gabe. Hingegen bedeutet die Untersuchung des 24-Stunden-Sammelurins lediglich eine Verdünnung des Untersuchungsmaterials, ohne dass die diagnostische Genauigkeit zunimmt. Aber Vorsicht: die Mobilisation kann sich praktisch wie eine erneute Vergiftung auswirken; siehe auch Abschnitt 4.3.2. Das BfArM hat DMPS für Diagnose-Zwecke nicht zugelassen.

    Zur Auswertung der Laborproben:
    Der Quecksilbergehalt des Urins wird vom Labor in µg Quecksilber pro g Kreatinin angegeben. Durch den Bezug auf Kreatinin (und nicht auf die Urinmenge) werden Diureseeffekte, also die Nierenfunktionsfähigkeit, berücksichtigt. Der Grenzwert wird von Daunderer nach oraler (10 mg DMPS pro kg Körpergewicht) oder intravenöser Gabe (Ampulle mit 5 ml) mit 50 µg Hg je g Kreatinin angegeben.

    Außerdem misst man noch den Kupfergehalt: viel Kupfer (mehr als 500 µg Cu / g Kreatinin) im Urin nach DMPS deutet an, dass die Quecksilberausscheidung durch Kupfer behindert wird, also die tatsächliche Belastung mit Quecksilber vermutlich höher ist, als der Zahlenwert anzeigt.

    Interessant ist auch der Zinkspiegel, der wegen unzureichender Nahrungsversorgung oder durch Verbrauch bei der körpereigenen Entgiftung absinken kann. Auch mit DMPS wird vermehrt Zink ausgeschieden. Deshalb sollte auf ausreichende Versorgung des Körpers mit Zink geachtet werden. Eine Nahrungsergänzung mit Zinktabletten sollte aber erst nach Ende der DMPS-Wirkungen (1-2 Tage nach DMPS-Gabe) vorgenommen werden.
  • Der Luxemburger Triple-Test

    In Luxemburg wurde von einigen Ärzten ein "Triple-Test" für die Diagnostik der chronischen Quecksilbervergiftung durch Amalgamfüllungen entwickelt:
    • DMPS-Test: oral verabreichtes DMPS und Urinproben vorher/nachher; DMPS-Mengen: 200 mg bei Patienten bis 60 kg Körpergewicht, 300 mg bei 60 - 80 kg, 400 mg bei mehr als 80 kg.
    • Kaugummitest: 30 Minuten kauen, danach Untersuchung von 300 mg Kaugummi (nicht Speichel)
    • Haartest: Untersuchung von 300 mg Kopfhaar.
    Literatur: G.Hansen, R.Victor, E.Engeldinger and C.Schweitzer: "Evaluation of the mercury exposure of dental amalgam patients by the Mercury Triple Test", Occup. Environ. Med. 2004;61;535-540, auch hier.
  • Im Leberdetoxifikations-Test wird die Funktions- und Entgiftungsfähigkeit der Leber erfasst. Die Entgiftung toxischer Substanzen erfolgt hauptsächlich in der Leber. Bestimmt werden die Hauptmetaboliten von Coffein im Urin. Dies ermöglicht die funktionelle Analyse wichtiger Biotransformationsenzyme des P 450 Cytochrom-Komplexes der Phase-1-Oxidation durch Xanthinoxidase und der Phase-2-Acetylierung durch N-Acetyltransferase-2. (Quelle: Dr. Tapparo)
  • "Porphyrine sind oxidierte Zwischenprodukte des Häm-Stoffwechsels. Das Eisen bindende Molekül Häm ist verantwortlich für die angemessene Funktion vieler Proteine, wie Hämoglobin (O2-Transport), Cytochrom C (Energieproduktion) und Cytochrom P-450 (Entgiftung). [...] Erhöhungen der individuellen Porphyrinausscheidung können angeboren oder umweltbedingt hervorgerufen sein. Quecksilber, Blei und Arsen induzieren die Porphyrinausscheidung im Urin. [...] Eine große Studie unter Zahnärzten belegte die Korrelation zwischen erhöhter Urinausscheidung von 5-Carboxyporphyrin, Präkoproporphyrin und Koproporphyrin und einer Quecksilberbelastung." [...]
    "Die klinische Porphyrinausscheidung im Urin ist am deutlichsten, wenn die Urinprobe während der Symptomverschlimmerung genommen wird. Dem 24-Stunden-Urin sollte der Vorzug gegeben werden. Die drei- bis vierfache Steigerung des Referenzwertes zeigt eindeutig eine pathologische Porphyrinakkumulation im Urin an. Lässt sich durch eine Provokationstherapie, zum Beispiel Chelatanwendung, die Porphyrinausscheidung verdoppeln, ist auch hier an eine pathologische Quecksilberbelastung zu denken. Der Gebrauch eines Porphyrintests als Biomarker einer Schwermetallbelastung ist nur vernünftig, wenn er in Kombination mit der Haaranalyse oder des DMPS-Tests benutzt wird." (aus "Chemisch induzierte Porphyrinausscheidung durch toxische Metalle" in www.umweltmedizin.de.)

    Siehe auch
  • Labormessung von Enzymen
    Die genetische Ausstattung des Individuums beeinflusst die Entgiftungsfähigkeit des Körpers (s. Abschnitt 2.4). Im Labor kann durch Blut- oder Speicheluntersuchung die Deletion (das Nichtvorhandensein) bzw. die Variante der Gene ermittelt werden.
  • Elektro-Akupunktur findet Störfelder. Das PROGNOS-Gerät soll der Verbesserung der "Elektroakupunktur nach Voll" (EAV) dienen.
  • Mit Bioresonanz soll sowohl eine Diagnostik (Erkennung der vorhandenen Quecksilberbelastung) als auch eine Therapie (Ausscheidung des Quecksilbers) möglich sein; s. dazu [26].

    Leider wird nirgends berichtet, welcher biologisch relevante Parameter mit Bioresonanz gemessen wird, so dass Sinn und Zuverlässigkeit dieser Methode kaum beurteilt werden kann.

  • Ohrakupunktur: mit dem RAC (Reflexe Auriculocardiaque) nach Paul Nogier können konkrete Hinweise über die subtilen Zustände auf der vegetativ-energetischen Ebene eines Patienten, z.B. Störfelder durch Quecksilber, ermittelt werden. Dabei wird die tastbare Pulsveränderung als Antwort auf einen Testreiz ausgewertet.
  • Pamela Levin nennt in "From mad hatters to dental amalgams: heavy metals: toxicity and testing" folgende Testmethoden auf Quecksilber im Körper:

    • elevated MCH and MCV on a CBC (complete blood count);
      erhöhte MCH- und MCV-Werte im Vollblut; [MCH = mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt; MCV = mittleres korpuskuläres Volumen]
    • immune tests - Low CD8 cells, elevated CD4/CD8 ratio;
      Immuntests - CD8 erniedrigt, Verhältnis CD4/CD8 erhöht;
    • low absolute number of NK (natural killer) cells;
      niedrige absolute Zahl der NK Zellen;
    • serum IgE elevated above normal range;
      Serum-IgE-Wert erhöht;
    • elevated urinary d-glucaric acid;
      D-Glucarsäure im Urin erhöht;
    • elevated urinary 3-methylhistidine;
      3-Methylhistidin im Urin erhöht;
    • elevated serum ALT and/or AST;
      Serum-ALT und AST erhöht [ALT = Alanin-Aminotransferase; AST = Aspartat-Aminotransferase];
    • low serum superoxide dismutase (SOD);
      Superoxid-Dismutase (SOD) im Serum erniedrigt;
    • changes in fractionated urine porphyrins;
      Veränderungen bei den fraktionierten Urin-Porphyrinen;
    • high urinary mercapturic acid.
      Mercaptursäure im Urin erhöht.
  • Die chronische Belastung durch Quecksilber (und andere Umweltgifte) behindert durch Blockade des ATP (s. 2.2) den Gehirnstoffwechsel, also die Versorgung der Nervenzellen des Gehirns mit Sauerstoff und Glukose. Das kann u.a. zu Migräne und psychischen Störungen führen. Solche Versorgungsmängel sind typisch für eine neurotoxische Belastung. Die Hirnszintigraphie, z.B. SPECT oder PET, stellt Störungen durch mangelhafte Versorgung der Gehirnzellen fest. Bei der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) wird eine Zuckerlösung verabreicht, deren Moleküle mit kurzlebigen radioaktiven Atomen wie 18Fluor bestückt sind. Da Glukose der Brennstoff des Gehirns ist, reichert sich der Zucker dort an, wo die Gehirnzellen arbeiten. Gemessen wird mit feinen Detektoren rund ums Gehirn. Bei der Single Photon Emission Computerized Tomography (SPECT) werden ebenfalls radioaktive Substanzen gespritzt, die sich in bestimmten Hirnregionen anreichern.

    Andere bildgebende Verfahren - Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) - können zwar degenerative Veränderungen des Gehirns darstellen. Sie erlauben aber keine Aussage über die Ursache der Veränderungen, z.B. Umweltgifte. Relativ neu ist die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), die Stoffwechselvorgänge im Gehirn über den Sauerstoffverbrauch darstellen kann.

    Hinweis: Die üblichen bildgebenden Verfahren (CT, MRT) stellen nur strukturelle Veränderungen (Tumore, Ödeme etc.) dar, die es bei der toxischen Enzephalopathie (TE) der Stadien I, IIa und IIb [29] nicht gibt bzw. mit der groben Apparatemedizin nicht darstellbar sind. In diesen Stadien sind nur Funktionsstörungen des Gehirns nachweisbar (SPECT -> Durchblutungsstörungen, PET -> Glucose-Verwertungsstörungen). Erst im (letzten und schwersten) Stadium III der TE (Leitsymptom: Demenz) sind auch strukturelle Veränderungen mit CT und MRT nachweisbar, nämlich entweder eine globale Gehirnatrophie oder Atrophien (Gewebsschwund durch Nährstoff-Unterversorgung) bestimmter Hirnareale. Dieses Stadium ist vergleichsweise selten, bei Amalgamgeschädigten vermutlich nur nach ausgiebigstem Legen, Polieren und Entfernen von Amalgamfüllungen. Schulmedizinische Ärzte haben nicht dieses Fachwissen, sondern nehmen beim CT oder MRT eines Vergifteten an, der Patient habe keine zentralnervöse Erkrankung, was wiederum die übliche Schlußfolgerung nach sich zieht, die Beschwerden seien psychogen.

    Die einzelnen Stadien der toxischen Enzephalopathie werden im "Merkblatt zur Berufskrankheit Nr. 1317" definiert; Informationen über deren fehlerhafte Beurteilung bei Dr. Tino Merz; s. auch [29].

  • In den Leitlinien für die arbeitsbedingte Quecksilber-Intoxikation der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) steht: "Im Falle sehr starker [Quecksilber-]Exposition sollen sich bleibende Ablagerungen von Hg in der hinteren Linsenkapsel des Auges mit der Spaltlampe nachweisen lassen (sog. Atkinson-Augen­reflex)." Im Baader-Handbuch der Arbeitsmedizin steht dazu: "Der amerikanische Augenarzt Atkinson (1942) hat einen Farbreflex der vorderen Linsenkapsel bei Spaltlampenbetrachtung beschrieben, dessen Intensität je nach Dauer und Menge des aufgenommenen Quecksilbers zwischen hellem Graubraun und dunklem Rotbraun schwankt ["Mercuria lentis"]. Er scheint durch Ablagerung von Quecksilber auf oder in der Augenlinse nach mindestens 5-jährigem Quecksilberkontakt aufzutreten und verschwindet auch nach Jahrzehnten nicht." Offenbar wurde dieses Symptom bisher aber kaum beobachtet.
    Text in [..] nachträglich ergänzt
  • Eine besondere Form der chronischen Quecksilbervergiftung findet sich in der Pädiatrie (Kinderheilkunde). Das Krankheitsbild der Acrodynie (auch: Pink disease, Morbus Feer) wurde in den 1930er Jahren bei Kindern unter 5 Jahren beschrieben. Symptome: das generalisierter Hautauschlag und Rötungen sowie schmerzhafte Schwellungen an den Extremitäten. Ursache: quecksilberhaltige Puder und Salben. (Feer 1931, WHO 1991)
    (entnommen aus der Dissertation: "Goldgewinnung als Ursache von chronischen Quecksilbervergiftungen ..." von Stefan Maydl, 2004)
  • Bewertung der psychischen Symptome nach standardisierten Schemata.
    Vorsicht: Neurologen ignorieren üblicherweise neurotoxische Ursachen und unterstellen dann psychische Ursachen: die "Psychiatrisierung".
Ist die Unschädlichkeit von Amalgam nachgewiesen?

Die "Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde" (DGZMK) behauptet: "Vielmehr ist richtig, dass ... trotz höchstempfindlicher Untersuchungsmethoden bis heute in keinem Fall der naturwissenschaftliche Nachweis geführt wurde, dass Amalgam oder das in ihm gebundene Quecksilber die Ursache der Erkrankung sei."

Die DGZMK hat dann allerdings in einem Schreiben vom 11.12.1989 zugegeben:
"... Anders sieht es jedoch aus, wenn man nach einer Methode sucht, den Nachweis dazu zu erbringen, dass Amalgam oder das in ihm gebundene Quecksilber als Ursache für eine Erkrankung angesehen werden soll. Wissenschaftlich anerkannte Verfahren gibt es dazu bis heute nicht. Daraus ergibt sich, dass wir Ihnen auch keine Befunde, bei denen der Nachweis der Ursächlichkeit des Silberamalgams gegeben ist, mitteilen können, mit Ausnahme vielleicht sehr selten auftretender allergischer Reaktionen, die bei manchen Patienten allerdings auch im Kontakt mit Edelmetallen auftreten können."
(Hervorhebungen im Text wurden nachträglich angebracht)

Quelle: Schriftverkehr mit dem Präsidenten der DGZMK, Prof. Dr. Rolf Nolden, veröffentlicht in "Amalgam - Wissenschaft und Wirklichkeit" von Dr. Wolfgang Koch unter Mitarbeit von Martin Weitz; dazu Erläuterung. Herausgeber: Öko-Institut e.V., 1991.

Leider lehnen Schulmedizin und Krankenkassen die meisten Diagnosemethoden ab, so dass nach deren Logik eine Quecksilber-Intoxikation wissenschaftlich weder diagnostiziert noch ausgeschlossen werden kann. Der Schulmediziner sagt - etwa nach einer telefonischen Blitzdiagnose: "Die Ursache Ihrer Krankheiten mag zwar unbekannt sein, aber Amalgam kann es nicht sein!". Dogmatische Begründung:
  1. Es gebe festgelegte Grenzwerte für die zulässige Quecksilberaufnahme.
    (Aber: den Grenzwert gibt es nicht, und der Arzt misst die aufgenommene Quecksilbermenge nicht!)
  2. Es sei beinahe unmöglich, dass diese Grenzwerte durch Amalgam überschritten werden.

Wenn Sie sich dieser schlichten Logik nicht anschlie­ßen mögen, wird der Schulmediziner psychische Probleme bei Ihnen vermuten. Auch wenn den Gesund­heitsbehörden weltweit hunderttausende vermutete Fälle von Amalgam-Intoxikation gemeldet wurden, gibt es kaum anerkannte Fälle. Damit ein Fall "anerkannt" wird, muss er zumindest mit einer schulmedizinisch anerkannten Methode diagnostiziert worden sein. Allerdings werden solche Methoden (mit Ausnahme des untauglichen Epikutantests) nicht festgelegt.

Deshalb muss der Patient die Verantwortung für die Wiedergewinnung seiner Gesundheit selbst übernehmen, geeignete Ärzte finden und sich um die erforderlichen Diagnosen kümmern, bis er selbst davon überzeugt ist, dass seine Krankheit durch Quecksilber verursacht wurde (oder nicht).

 

Pfeil nach oben3.2   Grenzen der Diagnostik

Die eigentliche Frage, wie hoch der Körper durch Quecksilber belastet ist, lässt sich unmittelbar durch kein Labor-Verfahren beantworten, außer im Rahmen einer Autopsie. Die Quecksilberkonzentration in den Nervenzellen des ZNS ist am lebenden Menschen nicht nachweisbar. Möglich ist die Messung der Ausscheidung nach Einnahme eines Chelatbildners (DMPS, DMSA), die jedoch nicht zuverlässig mit der Quecksilberkonzentration im ZNS korreliert ist. Zudem sind falsch-negative Testergebnisse möglich, wenn die Ausscheidung blockiert ist.

Leider gibt es keine Testmethode, die die Ursache von z.B. Migräne eindeutig der Quecksilberbelastung zuordnet. Der Beweis, daß Quecksilbervergiftung die Ursache der Migräne war, wird erst geliefert, wenn die Migräne durch Entfernung der Amalgamfüllungen und durch Giftausleitung allmählich verschwindet. Auch dieser Beweis im Einzelfall reicht aber dem Bundessozialgericht nicht aus, wenn es zur Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenkasse entscheidet.

In der international gültigen Klassifikation der Krankheiten (ICD10) können folgende Kennziffern angewendet werden:

  • T49.7: "Dentalpharmaka bei topischer Anwendung".
    Im Diagnosenthesaurus, dem alphabetischen Stichwortverzeichnis der Krankheiten, wird beim Stichwort "Amalgam, Intoxikation" auf T49.7 verwiesen.
  • T88.7: "Sonstige Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert. Nicht näher bezeichnete unerwünschte Nebenwirkung eines Arzneimittels oder einer Droge".
  • T56.1: "Toxische Wirkung von Metallen, Quecksilber und dessen Verbindungen"

Zur juristischen Bewertung der diagnostischen Methoden stehen unter "Gerichts-Urteile" weitere Hinweise.

 

Pfeil nach oben4   Therapie

Hier können nicht alle Bedingungen und Nebenwirkungen einer Therapie beschrieben werden. Deshalb sollten therapeutische Maßnahmen grundsätzlich ärztlich begleitet werden.

Die Therapie enthält 3 Bestandteile

  1. Expositionsstopp: die Schwermetallquelle, also die Amalgamfüllungen, muss aus dem Körper entfernt werden,
  2. das Zielgewebe der Schwermetalle - zentrales Nervensystem, Nieren, Bindegewebe etc. - muss entgiftet werden,
  3. Zellstoffwechsel und körperliche Erholung müssen durch Vitalstoffe unterstützt werden.
 

Pfeil nach oben4.1   Massive Schäden sofort behandeln

Massive Schäden, z.B. Nierenschwäche oder Migräne, müssen sofort - unabhängig von der Vergiftungs-Diagnose - behandelt und sollten wenigstens symptomatisch gelindert werden.

 

Pfeil nach oben4.2   Amalgamfüllungen entfernen

Auch wenn sich beim Amalgam-Träger zur Zeit noch keine Anzeichen einer chronischen Quecksilbervergiftung zeigen - es gibt mehrere gute Gründe, die Füllungen bei nächster Gelegenheit gegen ein weniger giftiges Material austauschen zu lassen:

  • Amalgam verursacht ein breites Spektrum an Symptomen. Fühlen Sie sich wirklich hochleistungsfähig und kerngesund, so dass Sie von sich sagen können: "Gesundheit ist für mich kein Thema"?
  • Ein wichtiger Faktor für die Giftwirkung ist die Zeit. In 10 oder 20 Jahren kann Ihre gesundheitliche Situation völlig verändert sein.
  • Möglicherweise verursacht das Quecksilber irreparable Schäden, z.B. eine Autoimmunkrankheit oder Alzheimer.
  • Wenn einzelne Symptome erst einmal eingetreten sind, sind Sie in einer äußerst ungünstigen Position: die meisten Ärzte werden die Symptome nicht einer Quecksilbervergiftung, sondern der Psyche oder dem Alter zuordnen. Wenn Sie sicher sind, dass die Amalgam-Füllungen schuld sind, haben Sie Mühe, entsprechend ausgebildete Ärzte zu finden, und die gesetzliche Krankenkasse wird die Behandlung nicht bezahlen. Hier finden Sie weitere Informationen zur juristischen Situation.
Amalgam-Füllungen sollten mit 3-fach-Schutz schonend mit nicht zu schnell drehenden Bohrern herausgebohrt oder in einzelnen Stücken entfernt werden, damit der Körper möglichst wenig zusätzlich belastet wird (s. Video auf YouTube):
  • Ein leistungsfähiger Absauger verhindert die Freisetzung von Quecksilber im Mundraum. Das schwedische Clean-up-System ist ein patentierter Sauger, der den Zahn fast vollkommen bedeckt und nur dort eine Öffnung frei läßt, wo der Zahnarzt mit einem Hartmetallfräser die Amalgamfüllungen in drei bis vier Stücke zerteilt und so das Amalgam entfernt. Bezugsquelle in Deutschland:
    Medservo GmbH, Schiede 17, 65549 Limburg/Lahn, Tel 06431-932794, Fax 06431-932796.
  • Der Kofferdam, eine gummiartige Folie, schützt die Mundhöhle und die Schleimhäute vor Amalgampartikeln, leider nicht vor Quecksilberdämpfen.
  • Durch Mundspülungen mit Natriumthiosulfat während der Zahnarztbehandlung wird Quecksilber aus der Mundhöhle entfernt. Ähnlich wirkt Pulver aus Chlorella-Algen, das in das ausgebohrte Zahnloch gestopft werden kann. Eine DMPS-Kapsel ("Dimaval") 2 Stunden vor der Behandlung unterstützt die sofortige Ausleitung des dabei freigesetzten und in den Blutkreislauf gelangten Quecksilbers.
  • Die Goldmaske (siehe Links) bindet Quecksilber-Dämpfe aus der Raumluft, weil Quecksilber eine hohe Affinität zu Gold hat.
    Diese Vorsichtsmaßnahme ist natürlich auch für den Zahnarzt und sein Personal sinnvoll. Fragen Sie den Zahnarzt vor der Behandlung nach seiner Meinung! Wenn er das für nicht erforderlich hält, ist es fraglich, ob ihm die hohe Toxizität von Quecksilber überhaupt bewusst ist.
  • Auch die Sauerstoff- bzw. Fremdluftmaske verhindert, daß die Quecksilberdämpfe, die beim Bohren im µg-Bereich entstehen, eingeatmet werden. Den dazu erforderlichen medizinischen Sauerstoff (saubere, komprimierte Luft ginge auch) kann der Patient sich selbst in Apotheke oder Sanitätshandel beschaffen und zur Behandlung mitbringen. Man lässt sich mehr Luft oder Sauerstoff in die Nase oder unter den Schutzhelm blasen, als bei ruhiger Atmung nötig wäre. Dadurch entsteht ein permanenter Frischluft- oder Sauerstoffstrom von innen nach aussen, und der giftige Dampf kommt nicht von aussen nach innen.

    Die im Quecksilberdampf enthaltenen einzelnen Quecksilberatome werden nach Einatmen zu fast 100% vom Körper resorbiert und durchdringen mühelos alle körpereigenen Schutzbarrieren. Wird Sauerstoff eingeatmet, dann werden Quecksilberatome, die ggf. darin enthalten sind, schnell zu Hg2+-Ionen oxidiert, und wegen ihrer elektrischen Ladung können sie im Körper weniger leicht passieren; die Resorption nimmt ab.
  • Das Behandlungszimmer sollte gut durchlüftet sein, damit Quecksilberdämpfe schnell abziehen.

Sprechen Sie mit dem Zahnarzt vor der Behandlung über die Schutzmaßnahmen; er sollte Erfahrung in der Entfernung von Amalgamfüllungen haben. Wenn der Patient bereits Symptome einer chronischen Quecksilber-Vergiftung hat, sollte der Schutz vor weiterer Vergiftung besonders sorgfältig geplant werden. Wenn der Zahnarzt kein Verständnis für die Gefahr einer zusätzlichen Quecksilber-Vergiftung bei der Entfernung der Amalgamfüllungen hat, dann verlassen Sie die Praxis und suchen sich einen anderen. Die nachträgliche Entfernung des Giftes, das durch unsachgemäße Arbeit in den Körper des Patienten gelangt ist, ist wesentlich aufwändiger als die Schutzmaßnahmen im Rahmen einer professionellen Amalgamentfernung.

Bei der Festlegung eines Zeitrahmens für die Amalgamentfernung wird manchmal die Bearbeitung der Quadranten (links oben, rechts oben, links unten, rechts unten) im Abstand von einer oder mehreren Wochen empfohlen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass bei Beachtung der Schutzmaßnahmen eine zusätzliche körperliche Belastung weitgehend vermieden wird. Andererseits ist vor dem Hintergrund möglicher allergischer Reaktionen eine zügige Entfernung der Metalle sinnvoll. "Das Immunsystem wird durch die Belastung, die auch bei optimalen Schutzmaßnahmen entsteht, alarmiert. Die Zahl der Immunzellen, die auf Bestandteile der entfernten Legierungen reagieren, steigt innerhalb von 10 bis 14 Tagen an. Dadurch erhöht sich in einer späteren Sitzung die Gefahr einer allergischen Reaktion durch die bereits sensibilisierten Lymphozyten. Da die Stärke der Immunreaktion nach ca. 8 Wochen wieder abnimmt, ist alternativ eine quadrantenweise Sanierung alle zwei bis drei Monate sinnvoll durchführbar." (Quelle: Dr. Holger Scholz in COMED 10/07)

Bei der Amalgamentfernung sollte bedacht werden, dass sich unter den Kronen auch Aufbaufüllungen aus Amalgam befinden können. Anhand einer Panoramaaufnahme kann ein erfahrener Zahnarzt Schwermetalldepots und Zahnherde im Kiefer erkennen. Falls Zähne gezogen werden, soll - nach Daunderer - der vergiftete Kiefer ausgefräst werden, die Wunde etwa 3 Wochen offen gehalten werden und darin soll ein mit Terracortril-Augentropfen dünn bestrichener Wundgaze-Streifen eingelegt werden, der alle 3 Tage zu wechseln ist. Der Zahnarzt soll die Zähne dem Patienten geben, der sie untersuchen lassen kann (s. Daunderer, Max: Amalgam - Patienteninformation).

Wurzelbehandelte und tote Zähne können eine gesundheitliche Gefahr sein, da sich Bakterien und Leichengifte entwickeln und dadurch Entzündungsherde entstehen. Weitere Informationen bei Dr. Lechner.

Leider werden die meisten hier beschriebenen Maßnahmen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.- Hinweise zu neuen Füllungen in Abschnitt 4.4.

 

Pfeil nach oben4.2.1   Abrechnung mit der Krankenkasse

Grundlage der Abrechnung des Zahnarztes mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Legen einer Füllung ist der "Einheitliche Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen" (BEMA). Die Füllung einer Kavität (Hohlraum im Zahn) mit einem Zahnersatzmaterial wird nach Teil 1, Abrechnungsziffer 13 abgerechnet:

  1. einflächig
  2. zweiflächig
  3. dreiflächig
  4. mehr als dreiflächig oder Eckenaufbau im Frontzahnbereich unter Einbeziehung der Schneidekante
  5. einflächige Kompositfüllung im Seitenzahnbereich
  6. zweiflächige Kompositfüllung im Seitenzahnbereich
  7. dreiflächige Kompositfüllung im Seitenzahnbereich
Nach Meinung vieler Zahnärzte ist mit Amalgam die preisgünstigste Versorgung einer Kavität im Seitenzahnbereich möglich; tatsächlich, mit Einbeziehung aller Folgekrankheiten, ist dies die teuerste Behandlung. Amalgam gilt als Regelversorgung, wird aber im BEMA nicht mehr ausdrücklich gefordert. Gemäß einem Abrechnungsinfo der KZV RLP ist jede vertragszahnärztliche Praxis "grundsätzlich verpflichtet, einem GKV-Patienten eine zuzahlungsfreie Füllung als Kassenleistung anzubieten. [...] Einfache Composite-Füllungen, die nicht als SDA-Füllungen in Mehrschichttechnik erbracht werden, sind zuzahlungsfrei".

Festlegungen im BEMA, Abrechnungsziffer 13:
  • Bemerkung zu den Abrechnungsziffern 13 e bis g:
    "Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich sind nach den Nrn. 13 e, f und g nur abrechnungsfähig, wenn sie entsprechend der Adhäsivtechnik erbracht wurden und wenn eine Amalgamfüllung absolut kontraindiziert ist."
  • Bemerkung zu den Abrechnungsziffern 13 a bis g:
    "Mit der Abrechnung der Nr. 13 ist die Verwendung jedes erprobten und praxisüblichen plastischen Füllmaterials einschließlich der Anwendung der Ätztechnik und der Lichtaushärtung abgegolten. Eine Zuzahlung durch den Versicherten ist nicht zulässig. Die bundesmantelvertraglichen Regelungen bleiben unberührt."
  • Protokollnotizen vom 17.4.1996 (weiterhin gültig):
    "Der Erweiterte Bewertungsausschuss für zahnärztliche Leistungen geht davon aus, dass die nach den Nrn. 13 e, f und g abrechenbaren Füllungen im Seitenzahnbereich bei 1 % der Gesamtzahl der Füllungen liegen. Der Erweiterte Bewertungsausschuss fordert die KZBV und die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen sowie die Spitzenverbände und die Landesverbände der Krankenkassen auf, geeignete Überprüfungsverfahren festzulegen, die sicherstellen, dass der angegebene Prozentsatz von 1 % eingehalten wird."
    "Amalgamfüllungen sind absolut kontraindiziert, wenn der Nachweis einer Allergie gegenüber Amalgam bzw. dessen Bestandteilen gemäß den Kriterien der Kontaktallergiegruppe der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie erbracht wurde bzw. wenn bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz neue Füllungen gelegt werden müssen."

Der Zahnarzt erhält für eine Füllung


als Festzuschuss 1) für Kompositfüllungen
1-flächig (13a) 2-flächig (13b) 3-flächig (13c) 1-flächig (13e) 2-flächig (13f) 3-flächig (13g)
Punkte 2) 32 39 49 52 64 84
Betrag [Euro] 2) 26,74 32,58 40,94 43,45 53,47 70,18

1) Der Festzuschuss wurde auf der Basis des preisgünstigsten Füllungsmaterials (Amalgam) festgelegt. Der Zahnarzt kann nach Absprache mit dem Patienten Amalgam, Glasionomerzement, Komposit oder jedes andere erprobte, praxisübliche Material verwenden.

2) Bei der Umrechnung Punkte -> Betrag entspricht 1 Punkt = 0,8355 Euro für RVO-Versicherte (AOK, BKK etc.). Für VdAK-Versicherte (Ersatzkassen) erhält der Zahnarzt etwas mehr, weil ein höherer Punktwert von 0,9041 Euro gilt (Stand: 1.1.2007; Quelle: Wikipedia).

Ergänzende Hinweise (s. Abrechnungsinfo der KZV)

  1. Jede vertragszahnärztliche Praxis ist grundsätzlich verpflichtet, einem GKV-Patienten eine zuzahlungsfreie Füllung als Kassenleistung anzubieten.
  2. Einfache Composite-Füllungen, die nicht als SDA-Füllungen in Mehrschichttechnik erbracht werden, sind zuzahlungsfrei. (SDA = Schmelz - Dentin - Adhäsiv - Technik)
  3. Möchte der Zahnarzt im Rahmen seiner Therapiefreiheit auf den Einsatz von Amalgam bei Füllungen im Seitenzahnbereich verzichten, muss er eine andere zuzahlungsfreie Alternative anbieten.
  4. Aber: bei einfachen Composite-Füllungen kann nach kurzer Zeit ein Randspalt entstehen; die Füllung wird dann undicht und es kann Sekundär-Karies entstehen. SDA-Füllungen haben diesen Nachteil nicht.

Empfehlung: Klären Sie die Abrechnungsmodalitäten mit Ihrem Zahnarzt vor der Behandlung!

 

Pfeil nach oben4.3   Ausleitung

Die Ausleitung darf erst nach Entfernung der Füllungen beginnen, weil das Quecksilber durch die Ausleitung mobilisiert wird. Solange die Füllungen drin sind, könnte Quecksilber aus den Füllungen zusätzlich im Körper verteilt und abgelagert werden.

Ausleitung bedeutet
  1. Mobilisation
    Das Quecksilber muss aus der Körperzelle herausgelöst werden und und zur Blut- und Lymphbahn wandern, die hier die Funktion eines Abwasserkanals übernehmen. Ausleitung ist ein lang dauernder Prozeß, weil das in den Zellen fest eingelagerte Quecksilber mühsam herausge"lockt" werden muß. Schon deshalb haben hoch dosierte oder zu häufige Anwendungen mit DMPS bzw. DMSA wenig Sinn.
  2. Ausscheidung
    Die Ausleitung kann nur gelingen, wenn die Ausscheidungsorgane (Nieren, Leber und Darm) gut funktionieren. Das kann durch Blut-, Harn- und Stuhluntersuchungen überprüft werden. Vor allem Darmpilze (Candida), die sich häufig als Folge der Quecksilberbelastung ausbreiten, sind dafür verantwortlich, dass bei der Passage durch den Darm das schon gebundene Quecksilber vom Körper erneut aufgenommen wird (=> Rückresorption). Mit Einläufen oder Darmspülungen (Colon-Hydro-Therapie) kann der Darm gereinigt werden. Leinsamen hilft gegen Verstopfung. Vor dem Verzehr sollte er mehrere Stunden in Wasser quellen.
    Weitere Auscheidungsorgane sind das Lymphsystem, die Haut (schwitzen) und die Lunge (ausatmen).

Alle Maßnahmen zur Mobilisation bergen die Gefahr, dass Quecksilber im Körper nur umherwandert. Das Gift wird dann an anderer Stelle deponiert, aber nicht ausgeschieden, und es treten erneut Vergiftungssymptome auf. Deshalb ist es problematisch, aus der subjektiven Befindlichkeit bzw. aus der körperlichen Reaktion auf eine Ausleitungsmethode auf deren Wirksamkeit zu schließen. Möglicherweise muss dann eine Dosis verringert oder erhöht werden, der zeitliche Ablauf neu durchdacht werden und/oder mehrere Methoden kombiniert werden. Dr. Mutter [32] gibt gute Tipps zur Entgiftung. Guten Aufschluss über den Entgiftungsverlauf geben kontinuierliche Tests (s. Abschnitt 3.1).

Problematisch kann eine radikale Pilzbekämpfung sein. Die Pilze nehmen einerseits Gifte in sich auf, wollen andererseits ernährt werden und scheiden möglicherweise selbst (neuro-)toxische Stoffe aus. Eine massive Abtötung der Pilze durch Antimykotika kann zur unkontrollierten Freisetzung der zuvor gespeicherten Schwermetalle führen.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es bei der Verbesserung der Gesundheit mal nicht sofort vorangeht.

 

Pfeil nach oben4.3.1   Viel Wasser trinken

Es gibt gute Gründe, auch ohne Durst viel Wasser zu trinken: pro Tag etwa 3 Liter Mineralwasser, sauberes Leitungswasser oder Kräutertee (Kaffee und Cola zählen hier nicht!). Damit wird die Giftausleitung und die Erholung der Stoffwechselprozesse unterstützt und die Nieren werden geschützt. Besonders wichtig ist die reichliche Flüssigkeitszufuhr nach Anwendung von Chelatbildnern, weil sie die Quecksilberverbindungen in eine wasserlösliche Form überführen, und nach Einnahme von Algen.

 

Pfeil nach oben4.3.2   Chelatbildner

DMPS ist die wirksamste Methode, um Quecksilber auszuscheiden. "DMPS bildet mit vielen Schwermetallen stabile Komplexe. [...] Überwiegend handelt es sich dabei um Chelate, d.h. um Komplexe, bei denen die Schwermetalle in einer Ringstruktur gebunden sind. Die Stabilität der Ringstruktur ist ein Grund dafür, dass Dithiole das Quecksilber besser aus seinen Bindungen an Biomoleküle lösen können als Monothiole." (aus der Produktmonographie des DMPS-Herstellers Heyl).
DMPS besitzt zwei Schwefel-Wasserstoff-Arme, die Sulfhydril-(SH-)Gruppen. Sie binden Metalle fest an sich, am stärksten Quecksilber (Hg2+) und Silber (Ag+), außerdem Methyl-Hg+, In3+, Cu2+, Ni2+, Cd2+, Pb2+, Zn2+, Co2+, Sn2+, Fe2+, Cr3+ und Mn2+ [23].

DMPS-Strukturformel

2,3-Dimercapto-1-propansulfonsäure, DMPS

In der Praxis können mit DMPS neben Quecksilber auch größere Mengen Zink und Kupfer ausgeschieden werden, weil diese essenziellen Mineralien in großer Menge im Körper vorhanden sind. DMPS - als Kapsel "Dimaval" oder als Spritze - bzw. Unithiol ist dennoch sehr wirksam für die Quecksilber-Ausleitung, am stärksten 2 Stunden nach DMPS-Gabe. Um die Ausscheidung zu unterstützen, sollte viel Wasser getrunken werden. "Bei Amalgamträgern mit Beschwerden sind die Quecksilberwerte nach Provokation mit DMPS tendenziell niedriger als bei solchen ohne Beschwerden (Projekt IV); dies weist auf quecksilberbedingte Beeinträchtigung von Ausscheidungsmechanismen hin" (Dr. Mutter in einem Kommentar zur Münchner Amalgamstudie)

Zu Beginn der Behandlung sollte die Dosis langsam gesteigert werden, um Abwehr- bzw. Unverträglichkeitsreaktionen des Körpers sofort zu erkennen. Die Spritze sollte als Infusion (etwa 20 - 30 Minuten) gegeben werden. In vielen Fällen registrieren die Patienten eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes. DMPS kann bei Verträglichkeit mehrfach wiederholt werden; allerdings besteht bei längerer Einnahme auch die Gefahr, dass das Stoffwechselsystem geschädigt wird. Es werden schwere Körperschäden durch DMPS berichtet, vor allem bei akuter oder sehr weit fortgeschrittener Quecksilber-Vergiftung und bei Vorliegen von Autoimmunkrankheiten! Grund: die Mobilisation bedeutet praktisch eine erneute Vergiftung, also Überschwemmung des Körpers (vor allem der Nieren) mit Quecksilber. DMPS darf bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin im Serum > 2,5 mg/dl) wegen Gefahr der Niereninsuffizienz und bei bereits eingetretenen Autoimmunkrankheiten wie Asthma oder Multipler Sklerose nicht angewendet werden!

"... sollte man in den extrem seltenen Fällen einer schweren Nierenerkrankung (Kreatinin über 4,5 mg/g) die Erstausscheidung über den Stuhl mit DMPS-Kapseln einleiten. Die Spritze in den Muskel scheidet die Gifte langsamer und länger und damit schonender aus. Allerdings sind die Messergebnisse nicht so verlässlich und der Heilungseffekt für den Patienten nicht so auffällig - der oft erst durch das Gegengift erfährt, was Quecksilber u.a. im Körper bewirkte." (Daunderer: "Amalgam", 6. Auflage 2000)

Da sich im Kiefer extrem hohe Quecksilberkonzentrationen ansammeln können, empfiehlt Klinghardt [8], DMPS direkt in den Kieferknochen zu injizieren. Durch die zusätzliche Anwendung eines Neuraltherapeutikums (Procain) wird die Wirkung weiter verbessert. Allerdings besteht die Gefahr der Bildung von Nekrosen.- Diese Methode - lokale Entgiftung mit DMPS plus Procain - wird auch an anderen Körperstellen mit Erfolg angewandt. Dr. Mutter schreibt in "Amalgam - Risiko für die Menschheit": Neuraltherapeutisch kann mit diesem Mittel [gemeint ist DMPS] die Entgiftung von Nerven verstärkt werden. Dabei ist das Mittel zusammen mit einer örtlichen Betäubung (zum Beispiel Procain als Lokalanästhetikum) in einer 1:9 Verdünnung in die Nähe von vegetativen Nervenknoten im Gesicht und Hals zu spritzen. Diese Therapie sollte aber nur von einem erfahrenen Neuraltherapeuten ausgeführt werden.

DMPS wird bei oraler Einnahme als Dimaval-Kapsel unsicher und weniger gut vom Körper aufgenommen als bei einer Infusion. Deshalb ist bei Kapseln eine höhere Dosis erforderlich und die Laborergebnisse der Quecksilberausscheidung lassen weniger genaue Rückschlüsse auf das Ausmaß der Vergiftung zu.

Es ist fraglich, ob es nutzt, DMPS zu schnüffeln, z.B. 1 mal pro Woche. Dies wurde von Daunderer empfohlen, jedoch vom Hersteller Heyl als wirkungslos eingestuft.

DMSA-Strukturformel

2,3-Dimercaptosuccinic acid, DMSA

Ein weiterer Chelatbildner ist DMSA, USA-Produktname "Chemet". Es ist ein weißes Pulver, weniger effektiv als DMPS, zeigt weniger Nebenwirkungen und hat ein geringeres Allergie-Potential. Es entgiftet zunächst die Leber. Es wurde vermutet, dass DMSA die Blut-Hirn-Schranke überwindet und deshalb Schwermetalle auch aus dem Gehirn ausleitet. "Für die vielfach postulierte Annahme "DMSA geht in das Gehirn" und eine entsprechende "Gehirndetoxifikation" von Schwermetallen wie Quecksilber durch DMSA beim Menschen gibt es keine hinreichenden Belege oder gar Beweise [23]." Zudem gibt es bisher für die Quecksilber-Entgiftung mit DMSA keine Nutzen-Risiko-Abwägung [13]. Nach Daunderer soll es bei Multipler Sklerose nicht angewandt werden. Zu Beginn der Behandlung sollte die Dosis, vor allem bei schwerer Vergiftung, langsam, von 50 mg beginnend, gesteigert werden (ähnlich wie bei DMPS). Nach der Einnahme sollte man viel Flüssigkeit (Wasser, Kräutertee) zu sich nehmen. DMSA ist in Deutschland nicht zugelassen, in USA für Blei-Entgiftung zugelassen. Es kann jedoch vom Arzt verordnet werden. Es ist in Kapseln zu 50, 100 und 200 mg erhältlich. Weitere Informationen und Bezugsquelle: jede Apotheke bzw. s. Links.

In mehreren Studien wird gezeigt, dass DMSA gut geeignet ist als Chelatbildner für Blei. Da Blei und Quecksilber synergistisch wirken, d.h. Quecksilber bei Anwesenheit von Blei deutlich giftiger wird, hat DMSA bei Quecksilbervergiftung einen klaren therapeutischen Nutzen, auch wenn die Chelatbildung schlechter ist als bei DMPS.

Weitere Chelatbildner:
EDTA (Ethylenediamine tetraacetic acid) hat nur eine schwache Bindung an Quecksilber. Zudem besteht der Verdacht, dass der durch Chelatbildung entstehende Hg-EDTA-Komplex chemisch nicht stabil ist, sondern wichtige biologische Prozesse im Gehirn blockiert. Das Haupteinsatzgebiet von EDTA ist die Blei-Entgiftung, die Behandlung von Arteriosklerose und anderen chronisch degenerativen Erkrankungen, die auf Schwermetallvergiftung beruhen. Dr. Cranton [4] hat im Internet einen ausführlichen Beitrag zu EDTA veröffentlicht.
BAL (British Anti-Lewisite) wird zur Arsen-Entgiftung verwendet. Bei Intoxikationen mit organischen Quecksilberverbindungen ist es kontraindiziert, da es fettlösliche Komplexe bildet und zu einer Aufnahme von Hg in das Gehirn führt, wobei es schwere ZNS-Probleme auslösen kann. (Quelle: M. Berlin in "Handbook on the Toxicology of Metals", 3rd Edition)

 

Pfeil nach oben4.3.3   andere Therapien, die die Ausleitung fördern

Helmut Beck behauptet in seinem Beitrag ([26]) über den eigenen Fall, dass durch Bioresonanztherapie die Quecksilber-Ausscheidung über den Stuhl deutlich angehoben wurde. Allerdings ist kein Therapeut bekannt, der anhand von Messungen an Patienten gezeigt hätte, dass durch Bioresonanz die Quecksilberausscheidung erhöht werden kann. Es gibt auch keine theoretische Beschreibung des Wirkungsmechanismus, die eine Erhöhung der Ausscheidung erklären würde. Andererseits wurde von Patienten eine Verschlechterung des körperlichen Allgemeinzustandes, ggf. wegen erneuter Vergiftungssymptome, berichtet. Siehe dazu: Bioresonanz in der Diagnostik.

Schwefel, das entscheidende Element in DMPS und DMSA, wird zu Unrecht als "teuflisch" gebrandmarkt. Es ist das sechsthäufigste Element auf der Erde und das dritthäufigste Mineral im menschlichen Körper. Es ist die Schlüsselkomponente in wichtigen Aminosäuren wie Methionin, Cystein, Taurin und Glutathion. Es unterstützt biochemische Prozesse, die Gifte wasserlöslich machen, wodurch sie besser ausgeschieden werden können. Reich an Schwefel sind Bärlauch (s.u.), Weisskohl, Broccoli, Knoblauch (nur die frische Pflanze, keine Pillen), Zwiebeln, Senf, Meerrettich, Radieschen, Kapuzinerkresse, Bohnen, Spargel, Soja, Eier und Fisch [14]. Leider geht viel Schwefel beim Erhitzen verloren. Zur Nahrungsergänzung kann MSM (Methylsulfonylmethan) eingenommen werden, eine organische und biologisch aktive Form von Schwefel, die in der Natur in allen lebenden Organismen vorkommt, besonders in frischen grünen Blättern (Gemüse, Salat, Wildkräuter und Baumblätter).- Bei Schwefelallergie ist besondere Vorsicht geboten!

Das schwefelreiche Bärlauch (lat. "Allium ursinum") bindet mit seinen Schwefelgruppen fettlösliche Schadstoffe wie Quecksilber und überführt sie in eine nierengängige Form. Diese natürlichen Schwefelverbindungen wirken als Chelatbildner für Schwermetalle und binden vorwiegend das Quecksilber, das sich in Gewebe, Blut und Darm befindet. So entstehen stabile Komplexe, die eine Wiederaufnahme der Schwermetalle im Körper verhindern und einer bloßen Umverteilung vorbeugen. Das Quecksilber geht aufgrund der Stabilität der Komplexe nicht mehr in den enterohepatischen Kreislauf ein und kann über Nieren und Darm ausgeschieden werden.- Bärlauch ist im Frühjahr (März - Mai) als frisches Gemüse erhältlich. Wer die Bärlauchblätter selbst im Wald sammelt, sollte sie nicht mit den ähnlich aussehenden giftigen Maiglöckchenblättern verwechseln; Erkennungsmerkmal: der starke Geruch von Bärlauch ist Knoblauch-ähnlich. Bärlauch wird als gepresste Kapseln, als Bärlauchtinktur (Auszug mit Alkohol) oder als Pesto (kleingehackt und mit Olivenöl vermischt) gehandelt.

Alpha-Liponsäure wird im Körper synthetisiert, kann aber auch eingenommen werden. Sie ist schwefelhaltig, hat hohe antioxidative Wirkung, unterstützt die Schwermetall-Mobilisierung und die Heilung geschädigter Nervenzellen, z.B. bei diabetischer Neuropathie. Sie hat vielfältige Schutzfunktionen gegen neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson.

Relativ neu auf dem Markt ist "OSR" (Oxidative Stress Relief). Sein Wirkstoff ist hochreines N1,N3 -bis (2-mercaptoethyl)isophthalamide. "Es kann im Gegensatz zu allen anderen Chelatbildnern direkt in das Zellinnere und in die Mitochondrien gelangen, in Gehirn und Rückenmark den Glutathiongehalt effektiv erhöhen und auch Schwermetalle ausleiten. [...] OSR wirkt als stärkstes Antioxidans, erhöht bei autistischen Kindern den Glutathionspiegel so stark wie keine bisher bekannte Substanz und kann möglicherweise auch bei liegenden Amalgamfüllungen gegeben werden." (Mutter, Gesund statt chronisch krank)

Der Japaner Yoshiaki Omura hat in einer Studie beobachtet, dass 3 bis 5 g Korianderkraut (lat. "Coriandrum sativum", engl. "chinese parsley") eine gute Schwermetallelimination herbeiführen. Die Inhaltsstoffe der Korianderblätter sind in der Lage, das an den Ionenkanälchen anhaftende Quecksilber zu lösen. Es erscheint danach sogleich im Gewebe und ist mit Elektroakupunktur oder kinesiologischen Verfahren testbar. Vitamin C und vermutlich auch andere ähnlich starke Antioxidantien heben die Wirkung von Koriander auf und sollten daher nicht gleichzeitig eingenommen werden. Nach Dr. Dietrich Klinghardt ist frischer Koriander die einzig bekannte Methode, Gehirn und Nervengewebe von Quecksilber zu entgiften. Alle anderen Mittel, die zur Hg-Mobilisierung eingesetzt werden, auch DMPS oder D-Penicillamin, können die Blut-Hirn-Schranke nicht ausreichend überwinden, während Koriander eben dazu in der Lage ist. Allerdings: Korianderkrautextrakt unterstützt die Passage von Quecksilber aus dem intrazellulären Bereich der Nervenzellen des Gehirns in den extrazellulären, leider auch in der Gegenrichtung. Es sollte deshalb erst dann genommen werden, wenn das übrige Körpergewebe weitgehend entgiftet ist. Verwendbar ist auch Para-Cilantro, ein Korianderkrautextrakt, der von der Paracelsus-Apotheke in Einsiedeln, Schweiz, hergestellt wird.

Algen: Für die Ausleitung von Quecksilber werden zwei Süßwasseralgen verwendet: Chlorella pyrenoidosa und vulgaris (nicht: Spirulina oder andere Algen, wie Super-Blau-Grünalgen!). Algen werden auch in Kläranlagen zur Abwasserreinigung von Schwermetallen eingesetzt. Sie werden in Tabletten- oder Pulverform gehandelt. Chlorella enthält wichtige Nährstoffe, etwa Polysaccharide und Methylcobalamin, eine Abart von Vitamin B12 (s.u.), wodurch Quecksilber aus dem Bindegewebe in die Blutgefäße geleitet wird, von hier über die Darmwand in den Stuhl und nach Absorption an die feste Zellwand ausgeschieden wird. Sie binden Quecksilber im Darm, so dass eine Rückresorption (enterohepatischer Kreislauf) bzw. eine bloße Umverteilung nach Einnahme von DMPS, DMSA, Koriander oder Bärlauch unterbunden wird. Im Stuhl findet man etwa die 20-fache Menge an Quecksilber gegenüber dem im Urin.
Neben der Quecksilberausleitung haben Algen noch weitere wertvolle Eigenschaften: über Alginsäure binden sie radioaktive Substanzen und scheiden sie aus. Sie leiten organische Gifte wie PCB, Aromate, Insektizide und Formaldehyd aus, steigern die Entgiftungsfähigkeit der Leber für Alkohol und stellen dem Körper Antioxidantien und Enzyme zur Verfügung, die für den Entgiftungsprozess benötigt werden.
Es gibt Hinweise, dass die Algen selbst mit Schwermetallen kontaminiert sein können, wenn sie nicht in sehr sauberer Umgebung geerntet wurden.- Algen können auch Jod enthalten. Speziell gezüchtete Süßwasseralgen wie die Chlorella-Algen sollten Jod nur in geringen Spuren enthalten.

Daunderer empfiehlt Medizinalkohle in Pulverform. Damit wird Quecksilber im Darm gebunden, so dass der enterohepatische Kreislauf verhindert wird. Man nehme 1 mal wöchentlich 10 g. Kohle ist auch dann noch verwendbar, wenn viele andere Stoffe wegen Allergieauslösung nicht mehr eingesetzt werden können. Leider werden auch Vitamine, Pilze und Darmbakterien gebunden.

 

Pfeil nach oben4.3.4   Enzyme, Vitamine, Mineralien und Sauerstoff

Die ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralien) ist entscheidend für eine erfolgreiche Entgiftungstherapie. Es empfiehlt sich, das Blut auf Mängel im Vitamin- und Mineralienhaushalt zu untersuchen. Wegen ihrer antioxidativen Wirkung sind die Vitamine C und E von besonderer Bedeutung: die schädliche Wirkung von freien Radikalen wird begrenzt und Körperzellen-Schäden werden verhindert bzw. geheilt.

Grafik: Glutathion

Quelle: Amalgame von Dirk Huppertz

Vitamine, Hormone und Enzyme:

  • Glutathion (GSH) ist ein schwefelhaltiger Eiweissstoff und besteht aus 3 Aminosäuren: Glutaminsäure, Cystein und Glycin. Es ist das wichtigste körpereigene Entgiftungsmittel für Quecksilber und viele andere chronische Giftstoffe. Die Glutathion-S-Transferasen (GST) sind eine Gruppe von Enzymen, die die Anlagerung von Glutathion an eine Vielzahl von chronischen Giften katalysieren (= unterstützen). Es gibt unterschiedliche GST-Enzyme, die auf bestimmte Gifte spezialisiert sind; auf Quecksilber ist GSTM1 spezialisiert. Es hängt von entsprechenden Genen ab, ob ein spezielles GST-Enzym gebildet wird oder nicht.

    Es empfiehlt sich jedenfalls, die körpereigene Glutathion-Produktion zu steigern; dies gilt vor allem, wenn das Entgiftungs-Enzym GSTM1 genetisch bedingt nicht vorhanden ist (s. Abschnitt 2.4). Die Wirksamkeit von extern zugeführtem, vor allem von oral eingenommenem Glutathion wird bezweifelt [34].

  • Wenn der Vitamin C - Spiegel zu niedrig ist, dann wird Glutathion verbraucht, um Vitamin C zu recyceln [35]. Deshalb und aus weiteren Gründen ist es vernünftig, ständig gut mit Vitamin C versorgt zu sein. Dazu sind therapeutisch wirksame Mengen von wenigstens mehreren Gramm pro Tag erforderlich. Man kann z.B. 5 g - in Trinkwasser, Apfelsaft oder Kräutertee aufgelöst - über den Tag verteilt einnehmen. Am preiswertesten ist 100 g Vitamin C in der Plastikdose, in Apotheken und Drogerien in Deutschland erhältlich. Zur Verbesserung der Magenverträglichkeit kann Vitamin C mit Natriumhydrogencarbonat (Produkt: "Kaiser-Natron") gemischt werden oder man kann das wesentlich teurere "gepufferte" Vitamin C einnehmen.

    Mit der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie (z.B. 50 g i.v.) wurden erstaunliche therapeutische Wirkungen erzielt. Literatur: Vitamin C Buch.

  • Auch mit Vitamin D wird der intrazelluläre Glutathion-Spiegel angehoben. "Calcitriol, der in der Niere synthetisierte aktive Metabolit von Vitamin D, erhöht den Glutathion-Wert im Gehirn und scheint ein Katalysator für die Produktion von Glutathion (GSH) zu sein. Weiterhin kann die GSH-Konzentration in Plasma und Leber durch Einsatz einiger Supplemente angehoben werden, die als GSH-Vorstufe dienen. N-Acetylcystein, allgemein als NAC bezeichnet, ist die GSH-Vorstufe mit der besten Bioverfügbarkeit. Auch bei anderen Supplementen, einschließlich S-Adenosylmethionin (SAMe) und Molke-Protein, wurde gezeigt, dass sie intrazelluläres Glutathion anheben." (aus Wikipedia, Original: englisch)

    Vitamin D bildet sich, wenn die nackte Haut der Sonne (UV-B-Strahlung) ausgesetzt wird. Ein Mangel an Vitamin D wird mit Depressionen, chronischer Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Nervosität und Konzentrationsstörungen sowie Darmkrebs und weiteren Krebs-Arten in Verbindung gebracht. Als Nahrungsergänzungsmittel sollte nur Vitamin D3 (Cholecalciferol), nicht D2, eingenommen werden.

    Links zu Informationen über Vitamin D: vit-d.info (deutsch), Dr. Mercola _1_, _2_ (englisch).

  • In Schweden spielt die Entgiftung mit Vitamin B12 eine besondere Rolle, weil es das unbewegliche anorganische Hg in das beweglichere organische Hg umwandelt. Das Vitamin ist auch ein Gegenspieler zu Stickstoffmonoxid (NO) und kann deshalb dem nitrosativen Stress entgegenwirken. Vitamin B12 ist in Algen (s.o.) reichlich vorhanden.

Mineralien, Spurenelemente:

  • Zink wird bei der Entgiftung verbraucht, bei DMPS-/DMSA-Einnahme ausgeschieden und sollte deshalb regelmäßig eingenommen werden, aber nicht in einem Zeitraum 24 Stunden vor bis 48 Stunden nach DMPS bzw. DMSA. Joachim Mutter [1] warnt "Zink kann in höheren Dosierungen die giftige Wirkung des Quecksilbers auf das Nervensystem verstärken. Deshalb darf es nur bei nachgewiesenem Zinkmangel eingenommen werden." Phosphate, z.B. in Cola, verschlechtern die Zink-Aufnahme. Zink ist ein wichtiger Baustein von Metallothionein.
  • Selen neutralisiert Quecksilber, leitet es aber nicht aus, und ist deshalb, trotz Mangel an diesem Spurenelement, bei Ausleitungsbeginn nicht zu empfehlen, nach Daunderer bei Gehirn-Symptomen (als zusätzliches Nahrungsergänzungsmittel) verboten. Guzzi/Minoia [25] raten von Natriumselenit ab.

    Daunderer: "Selen hat eine hohe Affinität, das heißt Neigung, sich mit Quecksilber zu verbinden. Quecksilberselenid durchdringt die Blut-Hirn-Schranke, lagert sich im Gehirn ein und führt sofort zur Hirnvergiftung mit extremer Nervosität. Ganz intensiv konnten wir dies in den 90er Jahren bei Zahnärzten studieren, die Selen als Wundermittel gegen die berufliche Quecksilbervergiftung einnahmen. Zittern, Gedächtnisstörungen und Unfruchtbarkeit waren die wichtigsten Symptome. Selen ist krebserzeugend, daher haben wir nie im Leben Selen empfohlen. [...] Die Meinung, dass Selen Krebs verhindern könne, ist irrig. Niedrige Selenspiegel sind ein Schutz des Organismus vor einer Hirnvergiftung mit Selen und dem daran gebundenen Metall. Niedrige Selenspiegel normalisieren sich allein durch die Entfernung der Metalle und damit sinkt das Krebsrisiko beträchtlich, denn die Metalle sind der eigentliche Grund für das Krebsrisiko und nicht der niedrige Selenspiegel."

  • Magnesium spielt eine wichtige Rolle in vielen Stoffwechselprozessen, die von Quecksilber negativ beeinflusst werden. Es sollte deshalb immer im Körper in ausreichender Menge verfügbar sein. Ideal ist ein Verhältnis Calcium : Magnesium = 2 : 1.

Ein Vitamin- und Mineralienmangel, der auf Stoffwechselstörung beruht, kann durch eine erhöhte Zufuhr von Vitalstoffen, etwa als Nahrungsergänzungsmittel, teilweise kompensiert werden. Alle Vitalstoffe sollten vorzugsweise mit natürlicher Nahrung und nicht nur als konzentrierte Präparate aufgenommen werden, weil die natürliche Nahrungsumgebung besser für die richtigen Mengenverhältnisse sorgt, weitere Wirkstoffe (Bioflavonoide) enthält und damit die Bioverfügbarkeit verbessert. Aber manchmal ergeben erst "Megadosen" (Dosis deutlich höher als durch Nahrung möglich und üblich) die gewünschte therapeutische Wirkung.

Gesundheitliche Probleme können auch durch eine Übersäuerung des Körpers entstehen, sei es durch ungesunde Ernährung, Giftbelastung oder Stress. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, den idealen pH-Wert durch Ausscheidung saurer Komponenten herzustellen und deponiert diese im Körper. Hilfreich kann die Ernährung mit basischen Lebensmitteln (die meisten Obst- und Gemüsesorten), die Einnahme eines Basenpulvers (z.B. Kaiser Natron) oder eines Mineralien-Präparats (z.B. Dolomit Dolpes oder Basica) sein.

Spezielle Gesundheitsprodukte, die zur Ausleitung eingenommen werden: Ultra Clear, Algamin, Microhydrin. Zur äußerlichen Körperreinigung: Body Detox Elektrolyse-Fußbad.

Fischöl (in Kapseln erhältlich) enthält die wichtigen langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie sind nützlich gegen die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und für die Verbesserung der Gehirnleistung. Sie sind optimal geeignet für den Aufbau von dünnen und durchlässigen Zellmembranen für eine gute Nährstoffversorgung in die Zellen und den Abtransport der Schlacken (Stoffwechselprodukte) aus den Zellen. Ob der verstärkte (tägliche) Verzehr von Fisch - wegen der Gefahr der zusätzlichen Schwermetall-Belastung (siehe Tabelle in Abschnitt 1.3) - schädlich ist, ist fraglich. Untersuchungen [16] deuten auf positive Wirkungen hohen Fischverzehrs hin, weil Fisch auch Selen enthält. Hinweis: Fisch kann auch viel Jod enthalten.

Sauerstofftherapien unterstützen die Entgiftung.

 

Pfeil nach oben4.3.5   Weitere Maßnahmen

  • Möglicherweise wird die Entgiftung durch elektromagnetische Felder (EMF) behindert, die die Stoffwechsel-Fähigkeiten der Zellen des ZNS und damit auch die Hg-Entgiftungs-Aktivität verschlechtern. An autistischen Kindern konnte gezeigt werden, dass die Hg-Ausscheidung erst nach Schaffung einer EMF-freien Umgebung gelang. [24]
  • Nicht rauchen, kein Alkohol, keine Beruhigungsmittel. Keine Antibiotika und keine Medikamente, die das Gehirn beeinträchtigen, z.B. keine Antidepressiva. Vorsicht: die meisten Neurologen sind beim Phänomen 'chronische Quecksilbervergiftung' völlig hilflos und weichen auf Psychosomatik und Psychopharmaka aus (s. Informationen der Ärzteverbände).
  • Gegen Kopfschmerzen und andere Beschwerden: ggf. Akupunktur, Krankengymnastik oder Chirotherapie für die Halswirbelsäule, Lymphdrainage.
  • Alles, was den Stoffwechsel anregt, das Immunsystem stärkt, Sauerstoff in den Körper bringt und körperliche Entspannung fördert: Sport (kein Leistungssport) treiben, z.B. Jogging in gesunder Luft, Sauna (nach dem letzten Saunagang Flüssigkeit, Zink, Magnesium und andere Mineralien ergänzen!), autogenes Training, kein Streß, ausreichend, aber nicht zu viel schlafen.
  • Positives Denken, Gedächtnistraining, Yoga.
  • Gesunde, vitamin- und mineralienreiche Ernährung: frisches Obst und Gemüse, mageres Fleisch. Im Internet gibt es viele Hinweise auf gesunde Ernährung. Die hat auch positive Auswirkungen auf die Zahngesundheit - weniger Karies, weniger Zahnersatz.
  • Ungesunde Nahrungsbestandteile vermeiden, die sich schädlich auf den Stoffwechsel auswirken und möglicherweise neurotoxisch sind. Weit verbreitet sind:
    • Transfette sind industriell gehärtete Fette, die der Körper nicht verarbeiten kann. Sie entstehen beim Erhitzen von Pflanzenfetten und sind in vielen Produkten der Lebensmittelindustrie enthalten, vorwiegend in Margarine und Fertigprodukten wie Kuchen, Backwaren, Schokoladeaufstrichen, Fastfood und frittierter Ware, weil sie Geschmack, Konsistenz und Lagerfähigkeit verbessern. Sie blockieren den Zellstoffwechsel und machen eher dick als andere Fette. Sie beeinflussen den Cholesterinhaushalt, indem sie das "schlechte" LDL erhöhen und das "gute" HDL verringern, und werden deshalb mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungsstörungen, Gelenkverschleiß, Autoimmunerkankungen, Diabetes Typ 2 und kindlichen Wachstums- und Lernstörungen in Verbindung gebracht. Transfette sind u.a. in New York und in Dänemark eingeschränkt oder verboten. Selbst gesättigte Fettsäuren sind weniger ungesund als Transfette. Wichtig für eine gesunde Ernährung sind ungesättigte Fettsäuren, vor allem die Omega-3-Fettsäuren.
    • Glutamat (engl. MSG, monosodium glutamate) ist ein Geschmacksverstärker und wird gerne in Restaurants verwendet, vor allem in China-Restaurants und in China-Suppen. Es regt nicht nur den Appetit an und fördert damit die Tendenz zu Übergewicht und Fettleibigkeit, sondern es ist auch neurotoxisch und beeinflusst die Psyche negativ. Es fördert Krebsentstehung und -wachstum.
    • Raffinierter Zucker findet sich in vielen Nahrungsmitteln, vor allem in Getränken. Er verursacht eine Vielzahl gesundheitlicher Probleme, z.B. Krebs und Karies. Er enthält zwar keine Vitamine und Mineralien, verbraucht sie aber beim Stoffwechsel ("Vitaminräuber"). Als Ersatz für Zucker wird zunehmend Fruktose bzw. HFCS (High Fructose Corn Syrup) verwendet, worin leider auch Quecksilber gefunden wurde.
    • Vorsicht bei künstlichen Süßstoffen: Aspartam (NutraSweet, Canderel, E 951) wurde nie an Affen oder Menschen toxikologisch getestet. Fachleute halten es für die giftigste Substanz, die als Nahrungsmittel zugelassen wurde, und machen es für Epilepsie, Kopfschmerzen, Migräne, Unruhe, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Gewichtszunahme, Hautrötung, Depression, Müdigkeit, Erregtheit, zu schneller Herzschlag, Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Hörverlust, Tinnitus, Herzklopfen, Schwindel, schwerer Atem, Angstattacken, verwaschene Sprache, Geschmacksverlust, Sucht nach Aspartam, Bluthochdruck, Unterzucker, Heißhunger-Attacken, Überfunktion der Schilddrüse, Lupus erythematodes, Gedächtnisstörungen, Gelenkschmerzen, Geburtsfehler und sogar den Tod verantwortlich (aus Mutter, Gesund statt chronisch krank [1a]).
      Auch andere Süßstoffe wie Cyclamat (E 952), Saccharin (E 954) und Sucralose (E 955) sind gesundheitlich bedenklich. Brauchen Sie wirklich Süßes?
    • In "Cereals", diesen knusprigen Frühstücksflocken, werden bei der Herstellung durch Extrusion, also durch die Anwendung extrem hoher Drücke und Temperaturen, die natürlichen Fettsäuren und Vitamine zerstört und dadurch teilweise toxisch. Trotz der weiten Verbreitung dieser Nahrung, die häufig als "gesund" bezeichnet wird, wurde bisher weltweit keine Studie zu deren gesundheitlichen Auswirkungen veröffentlicht. Essen Sie lieber altmodische Haferflocken!
    • Die industrielle Nahrungsmittelproduktion ermöglicht es den Herstellern, große Mengen in gleich­bleibender Qualität an den Handel zu liefern, der diese Lebensmittel bei Raumtemperatur über einen möglichst langen Zeitraum anbietet. Diese Anforderungen schaden dem Gehalt an Vitalstoffen und manchmal auch dem Geschmack und dem appetitlichen Aussehen. Der Geschmack wird durch chemische Aromen und Geschmacksverstärker (z.B. Glutamat), das Aussehen durch chemische Lebensmittelfarben verbessert, die die Gesundheit zusätzlich schädigen können.

      Essen Sie lieber Lebensmittel, die keine industriellen Verarbeitungsstufen durchlaufen haben, etwa frisches Obst und Gemüse.

    Leider ist die Deklaration schädlicher Stoffe in Lebensmitteln unzureichend.
 

Pfeil nach oben4.3.6   Homöopathie

Einige Ärzte arbeiten mit potenzierten (verdünnten) Quecksilbersalzen wie z.B. Mercurius solubilis, um nach dem Prinzip der Homöopathie "Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen". Allerdings ist fraglich, ob dieses Prinzip auf Vergiftungen angewandt werden kann. Für Hahnemann, Urvater der Homöopathie, gehören in § 67 des "Organon" akute Vergiftungen zu den seltenen Ausnahmefällen, in denen das Ähnlichkeitsprinzip nicht anwendbar ist: "Hieher gehören auch verschiedene Antidote jählinger Vergiftungen". Hahnemann gibt dort keine homöopthischen Arzneimittel, sondern chemische Antidote: "Schwefelleber gegen Metallgifte".

Daunderer und Klinghardt lehnen jede Therapie ab, die Quecksilber verwendet.

Es gibt Berichte über die Verbesserung der Symptome nach Einnahme homöopathischer Medikamente. Homöopathisch potenziertes Quecksilber bringt das Metall an dem Ort, wo es abgelagert ist, zwar zur Anregung, leitet es aber nicht aus. Das Quecksilber wird lediglich mobilisiert, im Körper herumgeschoben, aber nicht ausgeschieden, und landet schließlich im Gehirn; s. dazu auch Abschnitt 2.1.

Warnung: Nehmen Sie keine quecksilberhaltigen homöopathischen Substanzen!

 

Pfeil nach oben4.4   Neue Füllungen

Die hohe Toxizität von Quecksilber verbietet jeden Einsatz von Amalgamfüllungen. Auch in mechanischer und thermischer Hinsicht ist Amalgam als Zahnfüllmaterial nicht gut geeignet. Nachteilig ist zudem, dass sich unter Amalgam Bakterien ansiedeln können, die den Zahn bis in die Tiefe zerstören; s. dazu Fotos des Zahnarztes Dr. Burk.

Wenn Sie sich entschließen, im Rahmen der Amalgamentfernung die Zähne zu erhalten, bieten sich für die Füllung einige Alternativen an. Die Verträglichkeit des Materials kann individuell mit Elektroakupunktur oder Bioresonanz getestet werden.

Wer gesetzlich versichert ist, hat einen Anspruch auf eine zuzahlungsfreie Füllung (Behandlungsrichtlinie). Im Seitenzahnbereich ist das Amalgam, im Frontzahnbereich Kunststoff. Wer eine nachgewiesene Amalgamallergie hat, kann auch im Seitenzahnbereich eine Kunststoff-Füllung ohne Zuzahlung bekommen. Zahnärzte, die kein Amalgam verwenden, müssen im Seitenzahnbereich eine zuzahlungsfreie Alternative anbieten. (s. Beitrag in Spiegel Online, 5.7.2016)

  • Glas-Ionomer-Zement ist als Provisorium für 1 bis 4 Jahre nach der Amalgamentfernung sinnvoll und empfehlenswert. Allerdings: Der Zahnnerv kann angegriffen werden und sich entzünden.
  • Composite- (Kunststoff-) Füllungen sind relativ preiswert. Sie haben gute mechanische Eigenschaften (Haftung, Verschleißfestigkeit), erreichen aber leider nicht die notwendige Härte für große Kavitäten in den hinteren Backenzähnen.
    Toxikologische Bewertung: Die Füllungen werden von den meisten Patienten gut vertragen. Es gibt Befürchtungen, dass das Material krebserregend sein könnte. Grundsätzlich können Bisphenol A und Phthalate enthalten sein, die beide Hormone blockieren.- Die Verträglichkeit soll bei dem neu entwickelten "Definite" sehr gut sein.-
    S. auch Beitrag von Janda, Toxikologie der polymerisierbaren Füllungsmaterialien [17].
    Zur Abrechnung der Composite-Füllungen zwischen Zahnarzt und Krankenkasse: s. Abschnitt 4.2.1.
  • Metalle, z.B. Gold: Nach der Entfernung der Amalgamfüllungen sollte sich für mehrere Jahre kein Metall im Mund befinden, weder als Füllungs- noch als Prothesenmaterial. Wegen der hohen Affinität zwischen Gold und Quecksilber wird die Entgiftung durch die Anwesenheit von Gold behindert. Bei jedem festeingebauten Zahnersatz aus Metall besteht zudem die Gefahr der dauernden Metallaufnahme, die wiederum unverträglich und sensibilisierend wirken kann. Falls Gold später - nach erfolgreicher Quecksilber-Ausleitung - dennoch als Dauerlösung gewählt wird, dann nur hochkarätiges. Es wird ausdrücklich vor Palladium-Legierungen und anderem Spargold gewarnt. Reines Gold hat leider keine ausreichende Härte, um dem Kaudruck standzuhalten.
  • Keramik- oder Glaskeramik-Inlays bestehen aus sehr hartem Material, das schwierig zu verarbeiten und im Allgemeinen gut verträglich ist. Die dabei verwendeten Klebstoffe können bei manchen Patienten Allergien hervorrufen.
    Mutter [1] schreibt, dass manche Keramikarten giftige Metalle, etwa Aluminium, oder radioaktive Strahlung abgeben können. "Auf jeden Fall sollten die Materialien vorher am Patienten auf Verträglichkeit mit Hilfe der autonomen Regulationsdiagnostik (Neuralkinesiologie) oder EAV, Bioresonanz usw. getestet werden. Als Kleber nur Zement verwenden."
  • weitere Informationen zu Materialien in den Links.

Falls Zähne gezogen werden, ist empfindlichen Personen ein vollständig metallfreier Zahnersatz zu empfehlen. Implantate, üblicherweise aus Titan, können Probleme bereiten: "Titan [...] wird möglicherweise in Zellen und im Gehirn aufgenommen und führt bei manchen Personen zu Entzündungsvorgängen bzw. zu Sensibilisierungen des Immunsystems." (aus Mutter, Gesund statt chronisch krank!, Seite 83). Im Tierversuch zeigten sich schädliche Einflüsse auf die kindliche Gehirnentwicklung, Neurotransmitter und psychische Krankheiten.

 

Pfeil nach oben5   Literaturhinweise

[1] Joachim Mutter: Amalgam - Risiko für die Menschheit. Verlag "fit fürs Leben" 2000. Seite 107.
Weitere Texte von Mutter in der Literaturliste und in den Links.

[1a] Joachim Mutter: Gesund statt chronisch krank! Der ganzheitliche Weg: Vorbeugung und Heilung sind möglich. 456 Seiten, 29,90 €, Verlag Natura Viva 2009.

[2] Wilfried Bieger: Immuntoxikologie dentaler Werkstoffe. (1999).

[3] Rüdiger von Baehr, Berlin, und Wilfried Bieger, München: Immuntoxikologie von Dentalersatzstoffen. (1998)

[4] Elmer M. Cranton: Scientific Rationale for EDTA Chelation Therapy. Mechanism of Action. Aus "A Textbook on EDTA Chelation Therapy"

[5] Godfrey et al.: Apolipoprotein E genotyping as a potential biomarker for mercury neurotoxicity.

[6] Regina Nowack: Thema Migräne, B. trifft (WDR), ein Kommentar zur Sendung am 30.04.2004

[7] Gustav Drasch: Haarmineralanalysen - Vorsicht bei der Interpretation der Messwerte

[8] Dietrich Klinghardt: Intra-ossaere Neuraltherapie zur Diagnose und Therapie der Störfelder im Kieferbereich. Referat im Rahmen der BNZ-Tagung am 2. November 1997, Baden-Baden.

[9] W. Breenkötter: "Hatte Stock doch recht? Fragen an die Medizingeschichte". Biologische Medizin 4/1984, S. 194-197.

[10] Amy S. Holmes et al.: "Reduced Levels of Mercury in First Baby Haircuts of Autistic Children", International Journal of Toxicology, 22:277-285, 2003.

[11] Wissenschaftsladen Dortmund: Informationen zu Amalgam. Zur ATP-Blockade: s. Abschnitt 1.2.5.1

[12] N. S. Prang, V. von Baehr, W. P. Bieger: Erhöhte genetische Suszeptibilität gegenüber Umweltgiften bei schadstoffbelasteten Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom (23.02.2001)

[13] Thilo Bertsche und Martin Schulz: Klinisch pharmakologische Bewertung - Succimer zur Ausleitungstherapie? (2003)

[14] Elke Bloem, Silvia Haneklaus und Ewald Schnug: Schwefel - für gesunde Pflanzen und gesunde Menschen. ForschungsReport 1/2003 der Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig.

[15] John T. A. Ely: A Unity of Science, Especially Among Physicists, Is Urgently Needed to End Medicine's Lethal Misdirection.
Die Geschichte der Medizin ist voller Irrtümer. Gegenwärtiger Irrtum: Mangel an Vitalstoffen und die Wirkung von chronischen Giften werden unterschätzt.
Kapitel 2 (Seite 18): Physical Characteristics and Effects Reported for Some High-Copper Dental Mercury Amalgams and the Biochemical Relationship with Micromercurialism, Retention Toxicity and Extreme Psychoses (Serial Killers with No-Remorse)
Chronische Vergiftung entsteht, wenn die Exposition größer ist als die Ausscheidung. Die Situation wird aber verschärft, weil Quecksilber die Entgiftungsfähigkeit zerstört und dadurch die Ausscheidung gerade bei den Menschen, bei denen sie anfangs nicht ausgereicht hat, weiter drastisch reduziert wird.

[16] Joseph R Hibbeln et al.: Maternal seafood consumption in pregnancy and neurodevelopmental outcomes in childhood (ALSPAC study): an observational cohort study. The Lancet 2007; 369:578-585

[17] Ralf Janda: Toxikologie der polymerisierbaren Füllungsmaterialien. Literaturverzeichnis. DFZ 10/2007

[18] Europäische Union: Gemeinschaftsstrategie für Quecksilber. Endgültige Fassung 28.1.2005.

[19] Shun'ichi HONDA, Lars HYLANDER and Mineshi SAKAMOTO.
"Recent Advances in Evaluation of Health Effects on Mercury with Special Reference to Methylmercury - A Minireview". (2006)

[20] Dietrich Klinghardt: Mercury Detoxification: Perpetuating Factors, Problems and Obstacles (Oct. 1999)

[21] World Health Organization. (1991). Environmental health criteria, Vol. 118: Inorganic mercury. Geneva: WHO.

[22] Jeff Bradstreet: Biologischer Nachweis signifikanter Impfnebenwirkungen mit der Folge neurologischer Entwicklungsstörungen. Vorgetragen vor dem Impfsicherheits-Komitee des Institute of Medicine (IOM), Nationale Akademie der Wissenschaften USA, 9. Februar 2004

[23] Wolfgang Bayer: Durchführung,Referenzbereiche und Interpretation des DMPS-Testes. Labor Dr. Bayer GmbH, Stuttgart.

[24] "WiFi and EM Radiation - The Rest of the Autism Story": über den Zusammenhang zwischen Schwermetallen und elekromagnetischen Feldern.

[25] Gianpaolo Guzzi and Claudio Minoia: Biological Detoxification and Mercury Dental Amalgam (2008)

[26] Helmut Beck: Diagnostik und Therapie chronischer Schwermetallbelastungen - Erfahrungsbericht eines Amalgamgeschädigten. (5.1996)

[27] Ulf Bengtsson: Formation of droplets on the surface of non-gamma-two amalgams (2002)

[28] EU Kommission Umwelt und bio Intelligence Service: Workshop (26.3.2012)

[29] Regina Nowack: Toxische Enzephalopathie (2002)

[30] James S. Woods, Nicholas J. Heyer, Diana Echeverria, Joan E. Russo, Michael D. Martin, Mario F. Bernardo, Henrique S. Luis, Lurdes Vaz, Federico M. Farin: Modification of neurobehavioral effects of mercury by a genetic polymorphism of coproporphyrinogen oxidase in children (7.2012)

[31] Ragunathan N, Busi F, Pluvinage B, Sanfins E, Dupret JM, Rodrigues-Lima F, Dairou J.: The human xenobiotic-metabolizing enzyme arylamine N-acetyltransferase 1 (NAT1) is irreversibly inhibited by inorganic (Hg2+) and organic mercury (CH3Hg+): mechanism and kinetics. (8.2010)

[32] Joachim Mutter: Entgiftung von Schwermetallen, einer Hauptursache für Krankheiten in symptome.ch

[33] Hans-Peter Donate, Eckart Schnakenberg: Polymorphismen: individuelle Suszeptibilität (2015)

[34] Witschi A, Reddy S, Stofer B, Lauterburg BH: The systemic availability of oral glutathione. (1992)
"... it is not possible to increase circulating glutathione to a clinically beneficial extent by the oral administration of a single dose of 3 g of glutathione"

[35] zum Glutathion - Vitamin C - Recycling:
Alton Meister: Glutathione-Ascorbic Acid Antioxidant Systemin Animals (1994)
dazu Erläuterung: The relationship between glucose and vitamin C plays a huge role in health (2011)

 



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