Amalgam-Informationen

Schulmedizin und alternative Medizin

Das Geheimnis der Medizin besteht darin, den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft.
Voltaire

Gesundheit lernt man dann zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.
Volksweisheit

 

Gesundheit ist gemäß der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit.

Schulmedizin ist ein Sammelbegriff für "wissenschaftlich" erforschte und erprobte Methoden, an denen sich die staatliche Gesundheitspolitik orientiert, die in der ärztlichen Ausbildung gelehrt und von den Krankenkassen bezahlt werden. Die Schulmedizin bezeichnet sich selbst als die "wissenschaftliche Medizin" und will sich damit gegenüber den alternativ-medizinischen Richtungen abgrenzen.

Ärzte sind nicht nur Geschäftspartner und Dienstleister des Patienten, sondern sie haben sich auch ethischen Grundsätzen verpflichtet. Diese Grundsätze waren früher im Hippokratischen Eid formuliert und wurden abgelöst durch die Genfer Deklaration des Weltärztebundes, zuletzt in der Fassung von 2017.

Jeder ärztliche Eingriff ist für den Patienten eine Körperverletzung, außer der Patient wird über die Bedingungen des Eingriffs (Nutzen/Risiko, Nebenwirkungen) informiert und er stimmt dem Eingriff zu.

  • Unesco: Allgemeine Erklärung über Bioethik und Menschenrechte (19.10.2005)

    Artikel 6:
    Jede präventive, diagnostische und therapeutische medizinische Intervention hat nur mit vorheriger, freier und nach Aufklärung erteilter Einwilligung der betroffenen Person auf der Grundlage angemessener Informationen zu erfolgen.

  • Heena Kakar, Ramandeep Singh Gambhir, Simarpreet Singh, Amarinder Kaur and Tarun Nanda:
    Informed Consent: Corner Stone in Ethical Medical and Dental Practice (1.2014)

    Vor Beginn einer invasiven oder irreversiblen Prozedur muss der Arzt den Patienten informieren und eine schriftliche, unterschriebene Einverständniserklärung erhalten (informed consent).

Studien

Die Medizin bezieht ihr Wissen vor allem aus Statistikstudien, also Stu­dien, in denen aus statistischen Zusammenhängen neue Erkenntnisse gewonnen werden sollen. Maßgebend ist der statistische Zusammen­hang bei einer großen Zahl von Fällen. Man unterscheidet

  • epidemiologische Studien: Beobachtung am Menschen unter realen Umweltbedingungen, nicht nur bei Epidemien, und
  • experimentelle Studien: Versuchspersonen werden zufällig und unter kontrollierten Laborbedingungen einer Exposition ausgesetzt. Der Nachweis der Eignung einer bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Methode wird im besten Fall (Goldstandard) durch randomisierte Doppelblindstudien geführt.
Seit den 1990er Jahren wurde ergänzend der Begriff der evidenzbasierten Medizin (englisch Evidence based Medicine, EbM) entwickelt. Auch hier haben randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) die größte Bedeutung. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse (aus Physik, Biologie und Chemie) haben hingegen in der Schulmedizin nur geringe Bedeutung und werden bei chronischer Giftbelastung missachtet.

Zur Definition von Wissenschaft und Studien in der Medizin

Zu therapeutischen Methoden der Alternativmedizin wird öfter gefordert, dass alle klinischen Therapien mit großen, prospektiven, doppelblinden und plazebokontrollierten klinischen Studien validiert werden müssen. Allerdings erfüllen nur sehr wenige verschreibungspflichtige Medikamente diesen Standard. Solche Studien können nur von Arzneimittelherstellern oder gut ausgestatteten Forschungsinstituten durchgeführt werden, die in der Lage sind, enorme Summen in Millionenhöhe auszugeben. Und weder das Forschungsinstitut noch die Arzneimittelfirma hat auch nur das geringste Interesse an der Feststellung, dass ein Naturheilmittel besser ist als das mit viel Aufwand geprüfte, teure Medikament. Schließlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es höchst unethisch ist, sehr kranke Patienten in Studien mit einer Placebogruppe aufzunehmen, wenn bereits eindeutig nachgewiesen wurde, dass die Therapie eine positive klinische Wirkung ohne signifikante Toxizität hat.

Probleme von Statistikstudien in der Schulmedizin:

  • Einzelfälle spielen keine Rolle

    Beispiel: die erfolgreiche Heilung einer zuvor als unheilbar geltenden Krankheit bewirkt nicht, dass man die Hintergründe der Wunderheilung wissenschaftlich untersuchen will, sondern die Heilung wird als anekdotisch abgetan. Das gilt besonders dann, wenn der Erfolg des Therapeuten darauf beruht, dass er die chronische Giftbelastung des Patienten in Betracht gezogen hat.

    Naturwissenschaftler würden nach der Ursache der Heilung suchen und dadurch zeigen wollen, dass kein Wunder geschehen ist, sondern alles mit rechten Dingen zugeht. Schulmediziner denken, dass die Anwendung naturwissenschaftlichen Denkens in der Medizin wegen der Komplexität der Materie völlig unmöglich ist.

  • Statistikstudien sind nicht reproduzierbar.

    In den Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie) gilt eine Entdeckung erst dann als allgemein gültig, wenn sie reproduziert bzw. wiederholt wurde. Dazu muss der Entdecker die Rahmenbedingungen seiner Entdeckung so präzise beschreiben, dass ihre Reproduktion an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit möglich ist. Nicht reproduzierbare Entdeckungen sind keine, also bedeutungslos. Entdeckungen können bestimmte Gesetzmäßigkeiten sein, die im besten Fall durch Messung gewonnen und mathematisch beschrieben werden; das ist typisch für Physik und Chemie. In der Biologie geht es eher um die Beobachtung von Phänomenen und deren Beschreibung, Gliederung und Einordnung. Auch hier sollte die Beobachtung wiederholbar sein.

    In der Medizin gewinnt man neue Erkenntnisse nicht durch Entdeckungen, sondern mit statistischen Methoden. Man stellt eine Nullhypothese auf, dass z.B. Quecksilber nicht giftig ist oder elektromagnetische Strahlung nur Wärmewirkung auf das biologische Gewebe ausübt, und ermittelt mittels statistischer Korrelation, ob die Nullhypothese widerlegt werden kann. Gelingt das nicht, dann ist damit allerdings nicht die Nullhypothese bewiesen. Schulmediziner halten das aber gerne für einen Beweis der Nullhypothese.

    Wenn das Ergebnis einer Studie vorliegt, kann ein anderer Forscher prinzipiell nicht in einer 2. Studie, bei Beachtung der in der 1. Studie beschriebenen Rahmenbedingungen, zu exakt demselben Ergebnis wie die 1. Studie kommen, weil die Rahmenbedingungen, etwa die biologischen Eigenschaften der Versuchspersonen, in der 2. Studie nicht exakt reproduzierbar sind. Deshalb vertraut man Studienergebnissen erst dann, wenn die Mehrheit ähnlicher Studien zum selben Ergebnis kommt - es werden Metastudien erstellt. Auch diese Mehrheitsentscheidung ist natürlich fehlerhaft, wenn in allen Studien - ggf. dieselben - systematischen Fehler gemacht werden.

    Die Autoren meinen, man müsse das Ergebnis einer Statistikstudie reproduzieren können, wenn dieselbe Stichprobengröße angewandt werde. Deshalb wundern sie sich, dass Statistikstudien nicht reproduzierbar sind. Sie schließen aus dieser Erkenntnis, dass man statt zu forschen auch eine Münze werfen könne.
  • Missachtung wissenschaftlich anerkannter Fakten

    Statistikstudien werden in der Schulmedizin auch dann als wissenschaftlich wertvoll anerkannt, wenn sie grundlegende, wissenschaftlich anerkannte Zusammenhänge missachten und durch ein falsches Studiendesign zu unsinnigen Schlüsse verleiten.

    Beispiel: in vielen Amalgam-Studien wird die Toxikologie von Quecksilber missachtet. Aus den quecksilber­belasteten Patientengruppen werden Personen mit Symptomen chronischer Quecksilbervergiftung ausge­schlossen und in die quecksilberfreien Kontrollgruppen werden quecksilberbelastete Patienten aufgenommen. Es wird keine geeignete Methode beschrieben, mit der die Quecksilberbelastung - etwa im Gehirn - gemessen werden könnte. Folglich bestreiten die Amalgam-Befürworter generell eine neurotoxische Wirkung, obwohl diese für Quecksilber gesichert ist.

  • Statistische Signifikanz

    Bei statistischen Untersuchungen kann man eigentlich nicht wissen, ob ein gefundener Zusammen­hang nur zufällig ist oder ob sich daraus eine gültige Aussage ableiten lässt. Das könnte dazu führen, dass ein existierender Zusammenhang nicht erkannt wird oder ein nicht existierender Zusammenhang für gegeben erachtet wird, dass sich also die Forscher irren. Die statistische Signifikanz sagt etwas darüber aus, wie hoch die Irrtumswahrscheinlichkeit ist. Diese soll möglichst niedrig sein. Allgemein anerkannt ist ein Wert von p = 5% bzw. 0,05. Ist die Irrtumswahrscheinlichkeit höher, wird das Ergebnis verworfen. Gerne wird dann auch der Schluss gezogen, dass der untersuchte Zusammenhang gar nicht existiert.

    • Valentin Amrhein, Sander Greenland und Blake McShane:
      Retire statistical significance
      Schickt die statistische Signifikanz in den Ruhestand! (5.2019)
      Drei Statistiker fordern gemeinsam mit mehr als 800 weiteren Fachleuten, den p-Wert als Signifikanzkriterium aufzugeben: Er unterstelle zwei Kategorien von Ergebnissen, die es eigentlich nicht gibt.

      Die formale Anwendung der in der Wissenschaft anerkannten Regeln führt dazu, dass wichtige neue Erkenntnisse nicht beachtet werden.

  • Statistik ergibt nichts zur Kausalität

    Aus einem statistischen Zusammenhang zwischen 2 Ereignissen kann nicht geschlossen werden, was Ursache und was Wirkung ist. Wenn der statistische Zusammenhang zwar gefunden wird, aber für den Zusammenhang kein kausaler Nachweis erbracht wird und wenn statistische Ergebnisse falsch oder zu weitgehend interpretiert werden, wird die Schulmedizin anfällig für Spekulationen, die fälschlicherweise als wissenschaftlich gesichert gelten. Diese Spekulationen werden von den Medien, von Gesundheitsbehörden und Ärzteverbänden angestellt und von den meisten Ärzten gerne akzeptiert.

    Korrelation erlaubt nicht, auf einen ursächlichen Zusammenhang zu schließen:

    Beispiele:
    • Bei Männern wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Spermienqualität festgestellt. Daraufhin wurde spekuliert, das Eine (Spermienqualität) könne vom Anderen (Intelligenz) abhängen: hohe Intelligenz verursache bessere Spermienqualität, und Dummheit entstehe durch schlechte Spermien des Vaters. Niemand kam auf die Idee, beides könne eine gemeinsame Ursache (Belastung mit Umweltgiften) haben.
    • Eine Studie des Helmholtz-Zentrums München ergab, dass Kinder, die während ihrer ersten beiden Lebensjahre an einer Neurodermitis litten, im Alter von zehn Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten, v.a. emotionale Probleme, zeigen als Gleichaltrige. Zudem sei bekannt, dass Kinder, die unter einer Neurodermitis leiden, eine erhöhte Veranlagung für Heuschnupfen und allergisches Asthma haben. Daraufhin wird als kausaler Zusammenhang vermutet, "dass sich vor allem die Folgebeschwerden [der Neurodermitis] langfristig auf das Gefühlsleben der betroffenen Kinder auswirken", also ein psychosoma­tischer Zusammenhang ‒ eine in der Schulmedizin sehr beliebte Spekulation. Hätten die Forscher sich etwas mehr mit Umweltgiften beschäftigt, kämen sie schnell auf den Gedanken, dass alle genannten Symptome, auch die psychischen, auf Quecksilber oder andere Umweltgifte zurückgeführt werden können.
    • Systemischer Lupus erythematodes ist eine Autoimmunkrankheit, charakterisiert durch Erschöpfung, Gelenkschmerzen, Nierenschäden, Schmetterlingserythem und weitere Symptome; die Krankheit gilt als unheilbar. Wie bei allen Autoimmunkrankheiten existiert keine Diagnostik, um die Ursache zu finden; man spekuliert über Umweltfaktoren und Genetik. In einer Studie wurde nun gefunden, dass Lupus-Patienten besondere Schäden an der Darmflora aufweisen. Könnte die geschädigte Darmflora vielleicht die Ursache von Lupus sein? Das würde neue therapeutische Optionen (Probiotika etc.) ermöglichen. Die Studienautoren äußern ihre Ursache-Wirkungs-Theorie mit aller wissenschaftlicher Vorsicht; im Kommentar fällt diese Vorsicht weg und der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang gilt als eindeutig nachgewiesen. Die Autoren kommen allerdings nicht auf die Idee, dass beides ‒ Lupus und geschädigte Darmflora ‒ eine gemeinsame Ursache, etwa Quecksilber oder andere Metalle, haben könnte.
    Ergänzende Bemerkung:
    Es gibt nur wenige Studien, die nach einem statistischen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Gifte, die in der Medizin eingesetzt werden, und Krankheits-Symptomen suchen. Zwar werden auch diese Studien dazu verwendet herauszufinden, ob das Umweltgift Ursache der Krankheits-Symptome sein kann. Allerdings wird dann leider kein Zusammenhang gefunden. Daraus wird der Schluss gezogen, das Umweltgift könne nicht Ursache der Krankheits-Symptome sein. Das ist ein fundamentaler logischer Fehler!
  • Probleme um die Verblindung

    Bei statistischen Tests werden die Probanden in 2 (oder mehr) Gruppen aufgeteilt, von denen eine Gruppe das zu prüfende Medikament, das Verum erhält, die andere Gruppe das Placebo, das ebenso aussehen soll wie das Verum, aber wirkungslos ist. Doppelverblindung bedeutet: der Patient weiß nicht, ob er den Wirkstoff oder ein Placebo erhält, und der Arzt weiß nicht, welcher Patient den Wirkstoff und welcher das Placebo erhält; beide sind blind. Probleme entstehen, wenn die Verblindung aufgebrochen wird, also Arzt bzw. Patient weiß, von welcher Art das jeweilige Medikament ist.

    Beispiel 1: gute Verblindung ist wichtig
    In der Wiener REFLEX-Studie sollte die Wirkung von Mobilfunkstrahlung untersucht werden, indem Probanden der Strahlung ausgesetzt wurden (Verum) oder nicht (Placebo). Zwecks Verblindung wurden jedem einzelnen Versuch bestimmte Codes zugeordnet, die nur bestimmten Personen bekannt sein durften, aber nicht denen, die aktiv am Test beteiligt waren. Nachdem das Studienergebnis (Mobilfunk schadet) bekannt worden war, behauptete die Laborantin H., die Laborantin K. habe die Codes gekannt und dadurch Gelegenheit zur Fälschung der Studiendaten gehabt. Später ließ sich diese Behauptung allerdings nicht mehr aufrechterhalten. Durch die Fälschungs-Diskussion traten die wissenschaftlichen Studienergebnisse leider in den Hintergrund 1).

    Beispiel 2: gute Verblindung ist unwichtig
    Öfter stellt sich heraus, dass Antidepressiva nicht gut gegen Depressionen wirken, obwohl sie auf der Basis von Doppelblindstudien dafür zugelassen sind. Nun hat sich herausgestellt, dass die Versuchsteil­nehmer, die eine Wirkung spüren, eher die unerwünschten Nebenwirkungen des Verum spüren, allerdings auf Besserung ihrer Depression hoffen. Trotz der Nebenwirkungen wird das Medikament positiv bewertet. Die Testpersonen können also Verum und Placebo unterscheiden 2).

    1) profil: Rufunterdrückung: Das Sittenbild hinter den angeblich gefälschten Handystudien (11.2008)

    2) Wie bei allen Medikamenten muss auch bei Antidepressiva in klinischen Studien, die die Hersteller durch­führen, vor der Zulassung deren Wirksamkeit nachgewiesen werden. Bei genauerem Hinsehen stellte sich nun heraus, dass eine Wirksamkeit kaum vorhanden ist und die Verblindung, Basis der Studien, gar nicht funktionierte. Die Medikamente wurden zugelassen, obwohl die erwünschte Wirkung nicht eintritt. Aber die Nebenwirkungen gibt es schon: u.a. Leberschäden, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, allergische Reaktionen, Suizid-Neigung. Ganz wichtig: der Hersteller macht Gewinn.

  • Evidenz bedeutet nicht mehr Qualität

    Schulmediziner glauben, dass es wichtig ist, nur nachgewiesene Fakten zu akzeptieren. Als Nachweis gilt die Evidenz, d.h. Statistikstudien, mit deren Hilfe der Nutzen einer diagnostischen oder therapeutischen Methode nachgewiesen wird. Nur dadurch lasse sich das Qualitätsniveau sichern bzw. verbessern. Die Ergebnisse widersprechen dieser Vermutung: viele Gesundheitsschäden treten nach ärztlicher Behandlung und medikamentöser Therapie gemäß den Regeln der ärztlichen Kunst, also auf Basis der Evidenzbasierung, ein.

    • In der Schulmedizin kommt es auch nach leitliniengerechter Behandlung zu vermeidbaren Gesundheitsschäden, wenn die Leitlinien in einem Umfeld der Korruption entstehen.
    • Martin A Makary, Michael Daniel:
      Medical error ‒ the third leading cause of death in the US, auch hier (5.2016)
      Kommentar: US-Studie: Medizinische Irrtümer dritthäufigste Todesursache

      Es ist nicht einfach, aus der Aufzeichnung der Todesursachen die ärztliche Behandlung als Ursache herauszufiltern, weil für die Codierung der Todesursachen nur ICD-Codes verwendet werden. Menschliche oder systemische Todesursachen werden nicht erfasst. Zu berücksichtigen ist auch, ob der Tod durch eine andere medizinische Behandlung hätte verhindert werden können. Ergebnis dieser Studie, die im angesehenen British Medical Journal veröffentlicht wurde: der medizinische Irrtum ist in den USA die dritthäufigste Todesursache.

  • Allerdings werden keine Doppelblindstudien durchgeführt, um festzustellen, ob geimpfte Personen gesünder sind als Nichtgeimpfte. Dennoch wird behauptet, Impfstoffe seien sicher und wirksam.

    Als Grund der Ablehnung von Doppelblindstudien mit Impfstoffen wird gerne gesagt, dass es - wegen des angeblich völlig eindeutigen Nutzens von Impfungen - unethisch sei, Kindern die Impfungen vorzuenthalten. Übersehen wird dabei, dass es natürlich viele Kinder gibt, die nicht geimpft werden. Die Behauptung, Impfungen hätten einen gesundheitlichen Nutzen, beruht also auf Glaubensüberzeugung, nicht auf Nachweis.

    • Comparing Vaccinated to Never Vaccinated

      Impfkritiker stellen eine Übersicht über Studien zur Verfügung, in denen Geimpfte und niemals Geimpfte verglichen werden. Ergebnis: die niemals Geimpften sind gesünder.

    • Kleiner Piekser, große Wirkung? (2006)

      Susanne Stöcker, die Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, meint, man könne es ethisch nicht verantworten, jemandem einen Impfschutz vorzuenthalten, nur um zu sehen, wie gut dieser Schutz wirkt.

Kritik an der "Evidence based Medicine"

 

Einfluss der Pharma-Industrie

Die Pharma-Industrie hat vielfältige Mittel, Einflusswege und Methoden, um die Medizin - Forschung, Lehre, Ärzte, Gesundheitspolitik und Medien - in die gewünschte Richtung zu lenken. Das Ziel ist einleuchtend: die Pharma-Umsätze maximieren, alle geschäftsschädigenden Einflüsse minimieren. Damit kann man nicht früh genug anfangen, z.B. beim Einfluss auf den akademischen Nachwuchs.

 

Wie denken Schulmediziner über Umweltmedizin?

Wenn Schulmediziner sich mit Alternativmedizin auseinandersetzen, äußern sie gerne Skepsis und sähen Zweifel. Das klingt unverdächtig, denn man soll natürlich nicht alles glauben, was einem so erzählt wird. Bei näherem Hinsehen erweist sich diese Skepsis aber lediglich als zweifelhafte Taktik, denn die schulmedizinischen Skeptiker

  • beanspruchen für sich, im Besitz der Wahrheit zu sein, und schmähen ihre Diskussionsgegner, weil sie die schulmedizinischen Dogmen zu chronisch wirksamen Giften und zu Vitalstoffen für wissenschaftlich bewiesen halten;
  • glauben, dass Umweltgifte keinen gesundheitlichen Schaden anrichten, also praktisch ungiftig sind, weil die Expositionsdosis so gering ist.

    Der Glaube an die niedrige Expositionsdosis ist eng verknüpft mit dem festen Glauben an den Paracelsus-Satz All Ding sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. Der Satz wird in wissenschaftlichen Studien zu umwelttoxikologischen Themen sehr selten zitiert, und die Gültigkeit dieses Satzes ist für Umweltgifte wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

  • Schulmediziner akzeptieren grundsätzlich ‒ ohne jede Skepsis ‒ Amalgamfüllungen, Impfungen, Mammografien und chemische Pharma-Produkte;
  • sie glauben, dass alle Impfstoffe sicher und wirksam sind, auch die ungetesteten, und glauben deshalb, dass alle Menschen geimpft werden sollten, auch gegen ihren Willen;
  • sie glauben, dass Menschen aller Altersgruppen chemisch-pharmazeutische Medikamente vertragen, einschließlich Chemotherapeutika, Schmerzmittel, Antidepressiva, Bluthochdruck­mittel, Diabetesmittel und Schlafmittel;
  • sie lehnen Vitalstoffe bzw. Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Mineralien etc.) sowie Kräutermedizin ab, besonders dann, wenn sie therapeutischen Zwecken dienen.

    Mit dem Einsatz von Vitalstoffen zu therapeutischen Zwecken beschäftigt sich die orthomolekulare Medizin.

Die Skeptiker glauben, die Wahrheit zu kennen. Sie nutzen Skeptizismus als Waffe, mit der sie ihren Glauben verteidigen, indem sie ihre Gegenüber angreifen. Die Skeptiker haben im Internet-Lexikon Wikipedia eine starke Position.

Wenn Zulassungsbehörden über die (weitere) Zulassung von Pharmazeutika oder Umweltgiften zu befinden haben, ist Skepsis gegenüber kritischen Studien die entscheidende Taktik der Pharma- und Gift-Hersteller, um eine vorläufige Zulassung zu erreichen oder eine bestehende Zulassung zu verlängern.

Der Anspruch der Schulmedizin, eine naturwissenschaftliche Grundlage zu haben, wird für den hier diskutierten Bereich (Umweltmedizin, chronische Erkrankungen, Schwermetalle) nicht erfüllt, da die fachlichen Aussagen auf Dogmen und Machtpositionen beruhen; naturwissenschaftliche Grundlagen werden ignoriert. Dadurch stösst der schulmedizinisch denkende Arzt bei chronischen Erkrankungen schnell an die Grenze seiner Möglichkeiten. Wie er in dieser Situation mit einem Patienten umgeht, der sich mit dem üblichen Man weiß es nicht nicht zufrieden gibt, wird in der Leitlinie Funktionelle Körperbeschwerden bis hin zur Psychiatrisierung erläutert.

Zur Definition, was in der Schulmedizin als wissenschaftlich gilt, tragen leider auch Professoren- bzw. Gutachtermeinungen bei, die von interessierter Seite, vor allem von der pharmazeutischen Industrie und von Amalgamherstellern, finanziert wurden.

 

Wie denken Schulmediziner über Umweltgifte: kein Interesse

In der Schulmedizin wird chronische Vergiftung als mögliche Ursache von chronischen Krankheiten nicht zur Kenntnis genommen. Manche Schulmediziner halten es für Parawissenschaft, wenn Ärzte oder Wissenschaftler sich im Rahmen von Diagnose oder Therapie mit Umweltgiften beschäftigen, stellen das also auf die gleiche Stufe wie die Beschäftigung mit UFOs und kleinen grünen Männchen. Sprechen Laien, z.B. betroffene Patienten, gegenüber einem Schulmediziner konkret über die Gefahr von Umweltgiften für ihre Gesundheit, dann gelten sie als verschrobene und verwirrte Menschen, die nicht in der Lage sind, medizinische Sachverhalte richtig einzuordnen.

In der Schulmedizin gibt es keine Methode, um ein Umweltgift wie Quecksilber als Ursache einer chronischen Erkrankung zu erkennen. Das gilt für die Forschung wie für den behandelnden Arzt. Deshalb kann mit schulmedizinischen Methoden nicht der Nachweis geführt werden, dass der aus Amalgamfüllungen austretende Quecksilberdampf schädlich ist. Es gibt aber auch keinen Nachweis, dass der Quecksilberdampf gesundheitlich unbedenklich ist. Genau das wird aber von Ärzten, Ärzte­verbänden, Krankenkassen und Gesundheitspolitik behauptet. In der Alternativmedizin werden zwar seit langem diagnostische Methoden eingesetzt, die den Nachweis einer chronischen Quecksilber­vergiftung im Einzelfall zulassen, aber Schulmediziner lehnen diese Methoden ab und ignorieren das diagnostische Ergebnis. Aus der Schulmedizin sind keine Bestrebungen bekannt, solche diagnostischen Methoden zu entwickeln.

Durch diese Unwissenheit bzw. Ignoranz wird der Schulmediziner aber nicht hilflos, denn eine (sympto­matische) Therapie steht immer zur Verfügung (s. auch hier). Kommt es zum Streit, dann verfügt der Gutachter über Methoden, um den Richter (aber nicht den Geschädigten) zu überzeugen, dass das Gift nicht Ursache der Erkrankung gewesen sei; s. auch Kausalitäts- und Beweisgrundsätze.

Ähnlich sieht es aus, wenn durch eine Impfung ein schwerer Gesundheitsschaden entstanden ist. Ursache sind normalerweise die Adjuvantien und Konservierungsstoffe, z.B. Quecksilber- und Aluminiumverbindungen oder Formaldehyd, die den Impfstoffen zugefügt werden. Sie schädigen insbesondere Nerven- und Immunsystem. Auch hier wurde keine Methode entwickelt, mit der der direkte Nachweis geführt werden könnte, dass das im Impfstoff enthaltene Gift Ursache der Erkrankung ist (oder nicht). Im Rahmen der Schulmedizin ist der Nachweis der Gesundheitsschädlichkeit nicht möglich. Deshalb wurde von der WHO ein anderes Verfahren festgelegt: kann jede andere theoretisch mögliche Ursache wirklich ausgeschlossen werden? Nur dann ist der Nachweis, dass der Impfstoff die Krankheit verursacht hat, erbracht (Quelle: Hartmann, Impfen, bis der Arzt kommt). Diese perverse Denkweise erklärt teilweise die niedrige Zahl anerkannter Impfschadens-Fälle.

Aluminium und das PEI

Ein schönes Beispiel für den Umgang der Schulmedizin mit Giften liefert Bert Ehgartner in seinem Buch Gesund ohne Aluminium (Seite 92). Er berichtet über die Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zu einer Studie, in der die Neurotoxizität von Aluminium untersucht wurde. In der Studie wurden 2 Gruppen von Säuglingen verglichen: der einen Gruppe wurde das Gift gegeben, der anderen nicht.

Das PEI erläutert dazu: Die Autoren der Publikation im Bundesgesundheitsblatt bestreiten nicht, dass Aluminium im Blut ab bestimmten Konzentrationen neurotoxisch ist. Dies gehört jedoch zum Lehrbuchwissen, muss also nicht explizit erwähnt werden. In Bezug auf eine mögliche Belastung durch Impfungen war den Autoren jedoch insbesondere der Hinweis aus der Studie wichtig, dass sogar kurzzeitig stark erhöhte Aluminiumblutspiegel in Säuglingen nicht zu drastischen neurologi­schen Störungen führen.

Ehgartners Kommentar: Soweit also die Haltung des Paul-Ehrlich-Instituts. Dass Aluminium toxisch ist, wisse schließlich jeder, also brauche man das nicht eigens anzuführen. Wenn es jedoch den kleinsten Hinweis gibt, dass Aluminium ungefährlich ist, dann gehört das in eine ordentliche Behördenstellungnahme. Auch wenn es sich dabei nur um den ersten Satz der Studienresultate handelt und alle anderen Resultate höchst bedrohlich klingen.

Es entsteht der Eindruck, als beruhe die Position der Schulmediziner auf folgenden Überzeugungen:
  1. Umweltgifte schaden unserer Gesundheit nicht; Grund: die Umweltgift-Dosis ist zu gering (wegen Paracelsus) und das bisschen Gift scheidet der Körper mühelos über Nieren, Leber, Haut und Lunge aus, meint auch Prof. Edzard Ernst. Wenn ausnahmsweise ein Gesundheitsschaden durch Umweltgifte verur­sacht worden sein sollte, dann ist es unmöglich, die Ursache der Erkrankung finden und dies wissenschaft­lich nachzuweisen. Entgiftung (Detox) ist überflüssig. Warum also sollte sich ein Arzt mit Umweltgiften beschäftigen?
  2. Die Frage, ob ein Umweltgift Ursache einer Krankheit sein kann, kann nur mit Hilfe der Statistik bzw. Epidemiologie beantwortet werden, nicht im Einzelfall. In den wissenschaftlichen Statistikstudien werden Daten einer großen Zahl von Patienten, die durch ein bestimmtes Umweltgift mit einer bestimmten Herkunft unter bestimmten Umständen eine bestimmte Krankheit erworben haben, ausgewertet.
  3. Ergibt sich entgegen der Erwartung aus einer Studie, dass ein Umweltgift doch giftig und damit gesundheits­gefährdend ist, dann ist äußerst kritisch zu prüfen, ob der Studienautor ggf. voreingenommen war (Bias) und ob in der Studie alle Qualitätskriterien optimal erfüllt sind. Wurden wirklich alle anderen theoretisch möglichen Krankheitsursachen ausgeschlossen? Wenn daran auch nur der geringste Zweifel besteht, dann scheidet diese Studie aus der weiteren wissenschaftlichen Diskussion komplett aus. Wenn andererseits die Studie ergibt, dass das Umweltgift unbedenklich ist, dann ist das eine wichtige, gültige Erkenntnis, die kein vernünftiger Mensch hinterfragt.
  4. Naturwissenschaft leistet in der Medizin keinen wissenschaftlichen Beitrag zu Diagnose und Therapie von Erkrankungen.
  5. Wer sich mit Umweltgiften als Ursache von Krankheiten beschäftigt, hat die Prinzipien der wissenschaftlichen Medizin nicht verstanden.
  6. In der Diskussion, wenn sie denn stattfinden muss, ist möglichst oft das Wort wissenschaftlich zu verwenden.
  7. Das Wichtigste: Möglichst nicht über Umweltgifte reden.

Manchmal kommt es zur Konfrontation zwischen Schul- und Alternativ-Medizin, vor allem dann, wenn ein Alternativ-Mediziner mit wissenschaftlichen Erkenntnissen argumentiert, wo doch die Schulmedizin sich als die wissenschaftliche Medizin versteht.

Beispiel:
Auf einem Diskussionsportal für Ärzte startet ein Umweltmediziner (Arzt1) eine Diskussion über einen Beitrag in der Apotheken-Umschau. Darin wird die im Mai 2017 veröffentlichte EU-Regulierung zu Quecksilber diskutiert, kritisiert und es wird der Münchner Toxikologe Prof. Dr. Dr. Franz-Xaver Reichl zitiert: Kein einziger Amalgamträger wurde je durch seine Zahnfüllungen vergiftet:

Link zur Ärzte-Diskussion.

 

Ganzheitliche, naturheilkundliche und Umwelt-Medizin

werden überwiegend im Rahmen der alternativen Medizin bzw. komplementären Medizin praktiziert. Ärzte nehmen nur sehr vorsichtig Eingriffe in den Körper vor, da ihnen bewußt ist, daß jeder Eingriff an anderer Stelle Folgewirkungen haben kann, auch wenn sie zunächst nicht bemerkt werden. Manchmal werden Methoden angewendet und Medikamente verordnet, für die bisher kein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis erbracht wurde. Es kann aber auch sein, dass eine positive Wirkung offensichtlich eintritt, dieses aber noch nicht wissenschaftlich dokumentiert wurde. Das könnte auch an gezielter Behinderung naturheilkundlicher Produkte liegen:

  • Die notwendige Forschung wird materiell zu wenig gefördert.
  • Die Forschung wird gezielt behindert. Mögliche Gründe:
    • Die Pharma-Industrie sieht in naturheilkundlichen Präparaten nur geringe Gewinnchancen, etwa wegen geringerem Patentschutz,
    • Würde die Pharma-Industrie ein neues Produkt auf der Basis natürlicher Wirkstoffe entwickeln, dann würde der preiswerte Wirkstoff den Verkauf der teuren, patentgeschützten Pharma-Produkte erschweren und damit das Geschäftsmodell der Pharma-Industrie stören.

Naturheilkundliche Präparate bedrohen das Geschäftsmodell der Pharma-Industrie. Völlig anders sieht es aus, wenn der natürliche Wirkstoff patentierbar ist. Dann hat die Pharma-Industrie ein großes Interesse an der Entwicklung neuer Produkte.

Gesundheitsbehörden und Pharma-Industrie pflegen bei der Abwehr naturheilkundlicher Produkte eine enge Zusammenarbeit.

 

Pro und Kontra Amalgam

Obwohl die wichtigsten Fakten über Amalgam längst erforscht sind und die häufig behaupteten Unklarheiten kaum noch existieren, sind die Menschen gespalten in Befürworter und Gegner:

  • Pro Amalgam:
    Schulmedizin, viele Zahnärzte, Neurologen und deren Verbände, die kassenzahnärzt­lichen Vereinigungen und Zahnärztekammern, die "Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde" (DGZMK), die Krankenkassen und das Bundesgesund­heitsministerium (Berlin) mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn;
  • Kontra Amalgam:
    Teile der medizinischen Forschung, ganzheitliche bzw. Naturheil-Medizin, Selbsthilfegruppen, umweltmedizinisch geprägte Ärzte und Zahnärzte und deren Verbände.

Die schulmedizinischen Befürworter, z.B. BfArM und RKI, sind einseitig voreingenommen: unter dem Vorwand der Risikoabwägung werden hohe Anforderungen einerseits an den Nachweis, dass Amalgam gefährlich ist, andererseits an die Ungefährlichkeit von Alternativmaterialien gestellt. Wer seine Gesundheit schützen will, denkt anders: es genügen begründete Warnungen vor einer Gesundheits­gefahr auch ohne vollständigen Nachweis. Der wissenschaftliche Nachweis der Unbedenklichkeit muss vor dem massenhaften Einsatz einer Chemikalie oder einer Technologie erbracht werden (Vorsorge­prinzip). Für Amalgam steht dieser Nachweis aus. Siehe dazu Diskussion auf Wikipedia.

Risikobewertung und Grenzwerte von giftigen Chemikalien orientieren sich auf EU-Ebene nicht an dem besten verfügbaren Wissen über die gesundheitlichen Auswirkungen der Chemikalien, sondern werden zwischen (intelli­genten) Industrie-Lobbyisten und (weniger intelligenten) EU-Beamten ausgehandelt. Auch Korruption spielt immer wieder eine Rolle. Umweltschutz-Organisationen dürfen ihre Meinung dazu abgeben. Ziel der Lobbyisten ist regelmäßig eine Zeitverzögerung, bevor strengere Regeln in Kraft treten. Mittel der Wahl, um eine Verzögerung zu erreichen, ist häufig das Säen von (angeblich wissenschaftlichen) Zweifeln und die Beauftragung neuer (Statistik-)Studien.